Die mittelalterlichen Stadttore von Leonessa: Zwei Tore, die in entgegengesetzte Richtungen weisen
Die Altstadt von Leonessa in der Provinz Rieti hat die Form einer Spindel: ein längliches Oval, das sich an beiden Enden verjüngt. Genau hier befanden sich die Tore zur Stadt. Das Tor im Osten, die Porta Aquilana, stammt aus dem 13. Jahrhundert: Sie war auf L'Aquila ausgerichtet und wurde auch Porta del Regno (Tor des Königreichs) genannt, da sie die Grenze zum Königreich Sizilien bildete. Im niedrieren Teil des Gewölbes ist noch ein Fragment des alten eisernen Fallgitters zu sehen, Teil eines der wenigen originalen Verteidigungselemente im Latium, die erhalten geblieben sind.
Das Tor, das wieder aufgebaut wurde
Im Norden befindet sich die Porta Spoletina aus dem 14. Jahrhundert mit ihrem zinnenbewehrten Turm aus rosafarbenem Stein, der den Corso San Giuseppe Leonessano abschließt. Das ursprüngliche Bauwerk existiert jedoch nicht mehr: Das Tor, wie es sich heute darstellt, wurde im Jahr 1456 wiedererrichtet. Es wurde auch „Porta di Stato“ (Tor des Staates) genannt, da die von hier ausgehende Straße in die Gebiete führte, die im Besitz der Kirche waren, jenseits der Grenze, die von Leonessa geschützt wurde.
Das Verteidigungssystem
Zusammen mit dem Torre Angiojana (Turm der Anjou) auf dem Monte Tilia, einer 1278 von Karl von Anjou in Auftrag gegebenen Festung, die heute teilweise in Ruinen liegt, sind die beiden Tore die Überreste eines Verteidigungssystems, das einst sehr mächtig gewesen sein muss. Leonessa befand sich nämlich an einer strategisch bedeutsamen Position: an der Grenze zwischen dem Königreich Sizilien und dem Patrimonium des Heiligen Petrus.