Übersicht
Anagni wurde auf einem Felsvorsprung von den Hernikern erbaut, 306 v. Chr. von den Römern erobert und im 2. Jahrhundert von mächtigen Mauern umgeben. Im Mittelalter wurde die Stadt zur päpstlichen Residenz und Bonifatius VIII., der dank der Verse in Dantes Inferno auch der bekannteste der Päpste war, wurde hier geboren. Nachdem er 1294 den päpstlichen Thron bestiegen hatte, erlitt er hier die Erniedrigung, in seinem Palast von den Männern Philips IV., dem Schönen, König von Frankreich, gefangen genommen zu werden: daher die mittelalterliche Ikonographie, die ihn in der berühmten Episode des „Attentats von Anagni“ porträtiert, als Zeugnis von den Schandtaten und Beleidigungen, die ihm zugefügt wurden. Aber nicht nur diesem historischen Ereignis ist der Ruhm von Anagni zu verdanken, es ist die Kathedrale, die uns durch das Wunder ihrer mit Fresken geschmückten Gewölbe in Erstaunen versetzt, so sehr, dass die mit Fresken bemalte Krypta von San Magno als „mittelalterliche Sixtinische Kapelle“ bekannt ist.
Aber nicht nur diese sind die mittelalterlichen Zeugnisse in Anagni: Wenn Sie über die Hauptstraße spazieren, die Via Vittorio Emanuele, können Sie die zweibogigen Fenster und den große, zweifachen Bogengang des Palastes von Papst Bonifatius VIII. aus dem frühen 13. Jahrhundert sehen, von denen Sie die Bereiche der großen, mit Fresken verzierten Säle und das Museo bonifaciano e del Lazio meridionale (Museum des Bonifatius und des südlichen Latium) besuchen können. Etwas weiter präsentiert sich auch das Rathaus als strenges Gebäude aus dem 12. Jahrhundert mit einer kleinen Loggia aus dem 15. Jahrhundert. Und dann sind da noch die verschiedenen mittelalterlichen Gebäude, aus denen an der Hausnummer 89 das Barekow-Haus hervorsticht, mit einer Loggia-Außentreppe im Stil von Viterbo und der von dem schwedischen Maler Albert von Barekow aus dem 19. Jahrhundert dekorierten Fassade. Von der Piazza Cavour aus kann man ein schönes Panorama auf die Berglandschaft genießen.
03012 Anagni FR, Italia