Das römische Theater von Formia in Castellone: Wo heute 300 Menschen leben
Das römische Theater von Formia stammt aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., aus der Zeit des Augustus. Es befindet sich im Dorf Castellone auf dem Hügel mit Blick auf den Golf, südlich der Abtei S. Erasmo, die zunächst bis zum 16. Jahrhundert von den Benediktinermönchen und dann bis zum 18. Jahrhundert von den Olivetanern verwaltet wurde.
Ein Theater, in dem man neben dem Schauspiel auch das Panorama bewundern konnte
Die Cavea – der halbrunde, treppenförmige Zuschauerraum – liegt am natürlichen Hang des Hügels von Castellone und ist nach Süden ausgerichtet. Wer dort oben saß, blickte auf die Bühne und darüber hinaus auf das Meer. Die Bühne war 1,50 m hoch, 24 m lang und 6,60 m tief.
Vom Martyrium des Heiligen Erasmus zum Wohnviertel
Der Überlieferung nach starb der Heilige Erasmus hier am 2. Juni 303 n. Chr. auf Befehl von Kaiser Maximian den Märtyrertod.
Im 16. Jahrhundert wurde das Theater durch Sarazenenüberfälle schwer beschädigt. Damit begannen der Verfall – und eine neue Nutzung. Heute leben hier etwa dreihundert Menschen in über siebzig Wohnungen, wobei innerhalb der Mauern der Gebäude noch Säulen, Gewölbe und Wände aus Opus reticulatum zu sehen sind.