Castello Caetani in Fondi: Die Festung in der Ebene, wo das Westliche Schisma begann
Das Castello Caetani in Fondi ist eine Seltenheit: eine mittelalterliche Festung, die in der Ebene errichtet wurde. Sie ist 33 Meter hoch und beherrscht mit ihrer massiven Gestalt die Piazza Matteotti – mit einem quadratischen Bergfried, einem zylindrischen Turm und einer zinnenbewehrten Festung mit drei Eckbastionen. Von der Terrasse aus kann man auf der einen Seite die Monti Aurunci, auf der anderen Seite die Monti Ausoni und die gesamte Ebene bis zum Meer überblicken. Mit dem Bau wurde 1319 auf Geheiß von Roffredo III. Caetani begonnen, der die Festung zum Zentrum seiner Herrschaft machen wollte. Wir befinden uns in der Provinz Latina, eine Stunde von Rom entfernt.
Die Stadt des Satans
Im Jahr 1378 fand in der Burg unter Onorato I. Caetani die Wahl des Gegenpapstes Clemens VII. statt – das Ereignis, das den Beginn des Großen Westlichen Schismas markierte. Aus diesem Grund wurde Fondi „Stadt des Satans“ genannt. Im 15. Jahrhundert fügte sein Sohn Onorato II. die spätgotischen aragonesischen Fenster und die Renaissance-Portale hinzu, die noch heute sichtbar sind.
Giulia Gonzaga und die Flucht vor Barbarossa
In der Burg lebte Giulia Gonzaga, die im Alter von 15 Jahren Witwe des Grafen Vespasiano Colonna wurde und daraufhin die Herrschaft über Fondi übernahm. Ihre Schönheit wurde in ganz Italien gepriesen. In der Nacht vom 8. auf den 9. August 1534 überfiel der Freibeuter Barbarossa die Stadt, um sie zu entführen und Sultan Suleiman zu schenken. Giulia floh im Nachthemd nach Itri. Ariosto besang sie in seinem Werk „Orlando Furioso“.