Die Cappella dell’Annunziata in Cori: Fresken aus dem fünfzehnten Jahrhundert, die biblische Geschichten erzählen
Die Cappella dell’Annunziata befindet sich am Ortseingang von Cori, das zwischen den Lepinischen Bergen und den Albaner Bergen in der Provinz Latina liegt. Sie misst zwar nur 8 x 4 Meter, doch jeder Zentimeter Fläche der Wände und Gewölbe ist mit spätgotischen Fresken bedeckt, die Szenen aus dem Alten und Neuen Testament zeigen. Heute gehört sie zu den Denkmälern der Regionaldirektion der Museen im Latium.
Ein spanischer Kardinal auf dem Weg nach Rom
Es war der kastilische Kardinal Pedro Fernández de Frías, Erzpriester des Petersdoms, der zwischen 1410 und 1413 gemeinsam mit der Gemeinde Cori den Bau finanzierte. Die Kapelle stand an der mittelalterlichen Straße, die Cori zunächst mit Velletri und dann mit Rom verband, denn die Via Appia, die durch die Sumpfgebiete führte, war häufig unpassierbar. Hier machten die aus der Hauptstadt kommenden Magistrate Halt, um vor dem Eintritt in die Stadt den Eid auf die örtlichen Statuten zu leisten.
Drei Auftraggeber, drei verschiedene Künstler
Der Freskenzyklus wurde in mehreren Phasen ausgeführt. De Frías ließ die Altarwand, das Gewölbe und die oberen Register der Seitenwände mit Szenen aus der Genesis und der Verkündigung schmücken, die von den Zyklen der Alten Vatikanbasilika inspiriert waren. Nach seinem Tod im Jahr 1426 vollendeten zwei weitere spanische Kardinäle, Alfonso Carrillo de Albornoz und Juan Cervantes de Llora, die unteren Register. Gleichzeitig beauftragte die Gemeinde Pietro Coleberti aus Priverno mit der Ausführung des Jüngsten Gerichts.