Die Kirche Santa Maria del Popolo in Cantalice: Wo das Dorf zu einer Gemeinschaft aus Stein wurde
Im Herzen von Cantalice öffnet sich auf halber Höhe der Treppe, die durch das mittelalterliche Dorf führt, der kleine Platz von Santa Maria del Popolo. Der Name ist Programm: Die Kirche wurde erbaut, um die Vereinigung der alten Festungen zu besiegeln, aus denen schließlich das Castello di Cantalice entstand. Über dem Portal der Fassade befindet sich eine lateinische Inschrift, die eine Widmung an die Jungfrau Maria enthält und das Datum vor 1548 nennt. Die Kirche hat drei Schiffe, sechs Altäre und ein Augustinerkloster auf der linken Seite.
Im Inneren: eine Reise durch das 17. Jahrhundert und die lokale Frömmigkeit
Der Hauptaltar besteht aus vielfarbigem Stuck. Darüber befindet sich ein Gemälde aus dem 17. Jahrhundert, das das Letzte Abendmahl darstellt. In der darüber liegenden Nische steht eine Halbfigur der Madonna mit dem Kind. Links vom zweiten Altar befindet sich eine Nachbildung des Erzengels Michael von Guido Reni. Das Original aus dem Jahr 1635 ist in der Kirche Santa Maria della Concezione dei Cappuccini in Rom zu finden. Der Erzengel hält die Waage in der Hand, mit der er die Seelen wiegt; auf der Inschrift oben steht „Defende nos in proelio“ (beschirme uns im Kampfe gegen die Bosheiten).
Zwei berühmte Persönlichkeiten aus Cantalice
In der Kirche befinden sich die Grabstätten der beiden berühmtesten Söhne des Ortes: Giovan Battista Valentini, auch „il Cantalicio“ genannt, ein Humanist, und San Felice Porri, der Schutzpatron des Ortes und erster Heiliger in der Geschichte des Kapuzinerordens, der im Jahr 1712 heiliggesprochen wurde. Sein Leichnam befindet sich in der Kirche Santa Maria della Concezione dei Cappuccini in der Via Veneto in Rom. Dort befindet sich sein Bildnis mit der schlichten und direkten Inschrift: „Imago hic, Corpus Romae, Spiritus astra tenent“ (Das Bild hier, der Körper in Rom, der Geist hält die Sterne).