Das Valle dei Calanchi in Bagnoregio: Eine Landschaft, die sich vor Ihren Augen verändert
Das Valle dei Calanchi (Tal der Schluchten) erstreckt sich zwischen dem Bolsenasee im Westen und dem Tibertal im Osten auf dem Gebiet von Bagnoregio. Es besteht aus zwei Haupttälern: dem Fosso del Rio Torbido und dem Fosso del Rio Chiaro.
Die Landschaft des Valle dei Calanchi ist einem stetigen Wandel unterworfen: Lehmkämme, Felsspitzen und tiefe Furchen, die die Erosion Jahr für Jahr neu formt. Inmitten dieser Landschaft liegt Civita di Bagnoregio, ein altes Dorf, das nur zu Fuß erreichbar ist, auf einem 423 Meter hohen Vorsprung aus Tuffsteinfels.
Wie die Schluchten entstanden sind
Ihre morphologische Entwicklung ist auf die geologischen Gegebenheiten des Ortes zurückzuführen. Die Grundschicht besteht aus uraltem, brüchigem Meereslehm. Darauf liegen die vulkanischen Ablagerungen des Vulsino-Komplexes, bestehend aus Tuff und Lava. Durch die Einwirkung von Regen, Wind und Wildbächen wird der Lehm stetig bearbeitet und weggespült. So entstehen die sogenannten „Calanchi“: kleine Becken, die von schmalen Graten und Felsspitzen begrenzt werden.
Sie bilden eine fast mondähnliche Landschaft: Die Bergrücken sind kahl und karg, doch in den geschützteren Bereichen gedeihen Ginster, Hagebutten und Weißdorn. Weiter unten finden sich Kastanien- und Zerreichenwälder.
Was es zu sehen gibt und wie man dorthin gelangt
Der am besten zugängliche Aussichtspunkt ist das Belvedere von Bagnoregio. Von dort aus hat man einen tollen Blick auf das gesamte Tal. Von Lubriano aus führen Wanderwege hinunter in die Schluchtlandschaften. Am besten unternimmt man diese Tour im Frühling, wenn der Boden trocken ist, und in Begleitung eines ortskundigen Führers. In der Mitte des Tals befindet sich eine beeindruckende Lehmformation in Form einer „Kathedrale“, die ebenfalls einen Abstecher wert ist.