Die Firmenmuseen der großen italienischen Unternehmen, die man zwischen der einen und anderen Kunststadt besuchen kann
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Die Liste der Unternehmenserfolge Made in Italy ist wirklich lang.
Wir schlagen Ihnen einige Ideen vor, um ein etwas anderes Wochenende zwischen Industriemuseen und Führungen zu verbringen, nur einen Steinwurf von den wichtigsten italienischen Städten entfernt.
Eine Reise in die Kreativität und Leidenschaft erfolgreicher Unternehmer, eine Entdeckungsreise durch die Wirtschaftsgeschichte unseres Landes.
Spaziergang im Land der Motoren
Mit seinen Säulengängen und Plätzen hat Bologna dem Besucher viel zu bieten, aber nach einem Besuch der Stadt dürfen Motor- und Geschwindigkeitsliebhaber eine Tour durch die Umgebung nicht verpassen. In einem Umkreis von etwa dreißig Kilometern, zwischen den Provinzen Bologna und Modena, befinden sich die Museen von zwei der luxuriösesten Automobilmarken der Welt und der Tempel, der die Geschichte des italienischen Motorsports verkörpert: Wir sprechen von den legendären Ferrari, Lamborghini und Ducati. Alle drei echte Ikonen des Made in Italy.
Die Tour durch das Motor Valley, das Land der Motoren, ermöglicht Ihnen an nur einem Tag alle drei kennenzulernen. Los geht es im Ferrari-Museum in Maranello, das einen 360-Grad-Einblick in die wunderbare Geschichte des springenden Pferdes und seines Gründers Enzo Ferrari bietet. Sie werden die legendären Formel-1-Autos, Straßenfahrzeuge und die originellsten Modelle der Kategorien Gran Turismo und Sport Prototypen aus nächster Nähe betrachten können.
Anschließend geht es dann gleich weiter nach Sant'Agata Bolognese, um das Lamborghini-Mudetec-Museum zu besuchen, wo man die berühmtesten Autos des emilianischen Unternehmers bewundern kann, vom Miura über den Countach der 1950er und 1970er Jahre bis hin zu den neueren Modellen wie den Supersportwagen Asterion und Aventador.
Verpassen Sie nicht ein Erlebnis im Zeichen von Adrenalin pur: Dank eines Fahrsimulators können Sie eine virtuelle Probefahrt mit einem echten Lamborghini machen.
Besuchen Sie zum Abschluss das Ducati-Museum. In den sieben Multimediasälen kann man vor mehr als 40 Rennmotorrädern einen ersten Einblick in die Geschichte dieses Unternehmens gewinnen. Das Werk in Borgo Panigale kann nach Voranmeldung besichtigt werden: die Montage, die Tests und die legendäre Rennabteilung aus nächster Nähe zu sehen, ist eine wirklich lohnendes und einmaliges Erlebnis.
Die Hauptstadt des Aperitifs: Was man in der Stadt, die immer in Bewegung ist, unternehmen kann
Eine Pause von der Arbeitshektik ist ein Vergnügen: In Mailand, der Heimat des Aperitifs, ist es das ganz besonders, denn man kann sich an zwei stark „aromatischen“ Orten verwöhnen lassen.
Unter den Museen in Mailand findet die erste Firmentour in der Galleria Campari statt. Ein interaktives, multimediales Museum im Jugendstilgebäude in Sesto San Giovanni, der ersten echten Campari-Fabrik, die 1904 von Davide Campari ins Leben gerufen wurde.
Hier treffen Sie auf ein digitalisiertes Unternehmenserbe und einen vielfältigen Kulturschatz von mehr als 3.500 Werken, darunter Arbeiten auf Papier, originale Affiche aus der Belle Époque, Werbeplakate vom frühen 20. Jahrhundert bis in die 1990er Jahre, Werbespots bekannter Filmemacher und Objekte etablierter Designer.
Als Alternative bietet sich ein Besuch im Firmenmuseum Branca an, das Ausdruck einer über 170-jährigen Geschichte ist, einer Epoche, die von der Mitte des 19. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts reicht. In der großen, noch in Betrieb befindlichen Fabrik, dem einzigen Beispiel eines Unternehmens, das seit mehr als einem Jahrhundert an der belebten Mailänder Ringstraße tätig ist, erfahren Sie das Rezept für den berühmten Likör, der aus Kräutern von vier Kontinenten hergestellt wird. Nach Voranmeldung können Sie auch die mit Eichenfässern gefüllten Keller besichtigen, unter denen das große Mutterfass mit einem Fassungsvermögen von über 80.000 Litern majestätisch hervorsticht.
Das Haus der Schokolade lieben alle (nicht nur Naschkatzen)
Nur 15 Minuten vom historischen Zentrum von Perugia entfernt, erleben Sie den leckersten Firmenbesuch aller Zeiten: das Museum der Perugina. Die magische Reise beginnt mit der Erzählung einer Erfolgsgeschichte: Ein Einführungsvideo mit Bildern und Beschreibungen der Schokoladenverarbeitung geht dem Rundgang durch die Museumsgalerie voraus, die mit Material aus dem historischen Archiv von Buitoni Perugina gefüllt ist.
Zwischen den zeitlosen Werbefilmen, Verpackungen und Schachteln gelangen Sie in den Bereich, der der Welt des Kakaos gewidmet ist und in dem alte und moderne Produktionstechniken vorgestellt werden. Achten Sie auf die legendäre Geschichte des Kusses, die das Ergebnis der genialen Intuition von Luisa Spagnoli ist.
Besuchen Sie dann die Fabrik der Perugina über einen erhöhten Rundgang, der über einen Teil der Fabrik führt und es Ihnen ermöglicht, die Schokoladenproduktion von oben zu bewundern.
Schließlich der am sehnlichsten erwartete Moment: die Verkostung, ein wahrer Genuss.
Im Land der Hexen wird man vom Geruchssinn mitgerissen
In Benevento, in der Nähe des Bahnhofs, befindet sich seit der Zeit der italienischen Einigung die Fabrik der Familie Alberti. Hier wird nach mehr als 150 Jahren immer noch der berühmte Likör aus Benevent, der Strega-Likör, hergestellt: Sie können ihn im Strega-Museum kennenlernen, einem Raum, der zuerst den Geruchssinn und dann den Sehsinn beeindruckt. Der Duft von Gewürzen und Heilkräutern, die dem Likör zugrunde liegen, berauscht alles. Es sind insgesam 76, die den Likör ausmachen, aber die Kombination wird in der hermetisch verschlossenen Kommode des Museums streng gehütet.
Der Rundgang führt durch die Destillerie mit den noch in Betrieb befindlichen Brennblasen und endet im Keller, wo der Strega-Likör sechs Monate lang in Eichenfässern reift.
Es gibt viele historische italienische Unternehmen, die ihre Geschichte in einem Museum erzählen. Wählen Sie, welche unternehmerische Erfolgsgeschichte Sie kennenlernen möchten, und lassen Sie sich von Unternehmen inspirieren, die Marken zu Ikonen eines ganzen Landes gemacht haben.