Übersicht
Der Bahnhof von Domodossola hat auf seinen Gleisen echte Seiten der europäischen Verkehrsgeschichte gesehen. Als sie im 19. Jahrhundert geplant wurde, war noch nicht bekannt, dass hier dank der Eröffnung des Sempione-Eisenbahntunnels eine der wichtigsten Verkehrsadern zwischen Italien und Mitteleuropa verlaufen würde. Für die Planung der Bahnhöfe der Strecke, die von Arona aus das Westufer des Lago Maggiore und das Ossola-Tal bis zum Grenzbahnhof Iselle di Trasquera hinaufführte, wurde der Name Luigi Boffi ausgewählt, ein Architekt, der bereits am Bau eleganter Villen am Ufer des Lago Maggiore mitgewirkt hatte. Unter Beibehaltung der Elemente des Jugendstils entwarf Boffi Gebäude mit 4, 6, 8 oder 10 Lichtern, je nach Bedeutung der Orte, die sie versorgten. In Domodossola, einem internationalen Bahnhof und Aushängeschild für Passagiere, die von jenseits der Alpen kamen, wurden 23 Gebäude errichtet, um Platz für die Zoll- und Bahnhöfe zu schaffen. Boffi zog sogar in die Stadt, um seine Baustelle zu überwachen. Heute, ob man sie von außen oder von den Gleisen aus betrachtet, hat man den Eindruck, ein großes Gebäude im alpinen Stil zu betreten. Wie in Hunderten von anderen Ossola-Häusern ist das Dach mit den typischen Steinplatten bedeckt, während Rahmen, Fensterbänke, Ornamente und Dekorationen das Aussehen eines großen Chalets wiedergeben. Unter dem Gleisbündel verbirgt sich schließlich die Endstation einer anderen Eisenbahn: der Domodossola-Locarno, auch „Vigezzina“ oder „Eisenbahn der Centovalli“ auf der Schweizer Seite genannt. Diese internationale Schmalspurbahn ist eine echte Alpenbahn, die sich 52 Kilometer lang an den Hängen der Lepontinischen Alpen entlang windet und das Ossola-Tal mit dem nördlichen Ende des Lago Maggiore verbindet. Die atemberaubenden Ausblicke entlang der kurvenreichen Strecke sind zu jeder Jahreszeit garantiert.
Piazza G. Matteotti, 1, 28845 Domodossola VB, Italia