Übersicht
Das Gregorianische Profanmuseum ist alt und modern zugleich und vielleicht das vatikanische Museum mit der komplexesten Persönlichkeit. Es wurde 1844 von Gregor XVI. Cappellari an einem ganz anderen Ort im Lateranpalast gegründet, um vor allem die Funde der Ausgrabungen der ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts in Rom, Cerveteri, Veio und Ostia auszustellen. Es wurde erst in den 1960er Jahren von Johannes XXIII. Roncalli in die Vatikanischen Paläste verlegt und 1970 unter dem Pontifikat von Paul VI. Montini erneut eingeweiht. Um die Sammlungen unterzubringen, ließ Paul VI. zwischen der Nordseite der Vatikanischen Mauern und der Vatikanischen Pinakothek einen neuen Ausstellungsraum errichten. Der sogenannte „Neue Flügel“ der Vatikanischen Museen, der vom Studio Fausto und Lucio Passarelli nach modernen museografischen Kriterien entworfen wurde, unterscheidet sich stark von der angrenzenden Pinakothek. Luftig, von natürlichem Licht durchflutet, wechselt sich der freiliegende Stahlbeton mit Ziegeln und grauem Stein ab. Das Gregorianische Profanmuseum ist in 5 Abschnitte unterteilt, jedoch ohne klare Unterteilung in Räume. Griechische Skulpturen, römische Kopien und Überarbeitungen griechischer Originale, römische Werke (vor allem aus der Kaiserzeit) und Grabskulpturen nehmen flexible Räume ein, die von Metallstützen getragen werden. Hervorzuheben sind die römische Kopie (1. Jahrhundert n. Chr.) der Gruppe von Athena und Marsyas von Myron, die sogenannte Base dei Vicomagistri (20–40 n. Chr.), die einen Opferzug mit drei Stieren, Musikern und anderen Figuren darstellt, und die sogenannten „Reliefs der Kanzlei“, die ein öffentliches Denkmal aus der Zeit des Domitian schmückten. Im selben Museumsflügel befinden sich das Museum Pio Cristiano und das ethnologische Museum Anima Mundi.