„Al suono delle trombe“ von Ozmo in Rieti: Das erste Wandgemälde an einem Gerichtsgebäude in Italien
An einer Wand des Gerichtsgebäudes von Rieti auf der Piazza Bachelet befindet sich das Werk von Ozmo, mit bürgerlichem Namen Gionata Gesi, einem Pionier der italienischen Street Art. Es handelt sich um das erste Wandgemälde an der Fassade eines Gerichtsgebäudes in Italien, das 2019 im Rahmen des Projekts „Trame – Tracce di memoria“ (Fäden – Spuren der Erinnerung) der Kreativagentur The Uncommon Factory eingeweiht wurde.
Zwei klassische Werke, eine Frage nach dem Urteil
Das Werk thematisiert den Gegensatz zwischen Aufstieg und Verurteilung. Ozmo hat zwei visuelle Quellen miteinander verwoben, die mit dem Gebiet verbunden sind. Aus der ersten, dem Jüngsten Gericht der Brüder Torresani, einer Freske im Oratorium San Pietro Martire in Rieti, stammen die Scharen von Heiligen, die um die Rettung der Seelen kämpfen. Aus der zweiten, dem Raub der Sabinerinnen von Giambologna (1574–1580, Loggia dei Lanzi, Florenz), stammen die Brutalität einer Entführung und der Kontrast zwischen angespannten Körpern. Das Ergebnis ist ein Werk, das zwei gegensätzliche Gesten – Erlösung und Knechtschaft – an der Fassade des Gerichtsgebäudes in Szene setzt.