Kirche San Benedetto in Priverno: Tausend Jahre Fresken in der Nähe der Stadtmauern
Außerhalb der Altstadt, auf der Piazza San Benedetto in der Nähe der mittelalterlichen Stadtmauern, befindet sich die älteste Kirche von Priverno. Sie wurde zwischen dem Ende des 9. und dem 10. Jahrhundert erbaut – möglicherweise von den Benediktinern nach dem Umzug des Heiligen Benedikt nach Cassino – und diente als Bischofssitz. Im 13. Jahrhundert wurde sie umgebaut. Das Bauwerk hat den Grundriss einer Basilika: drei Kirchenschiffe, massive Säulen aus lokalem Stein und eine schlichte Fassade mit zwei einbogigen Fenstern. Vom ursprünglichen Glockenturm, der 1785 von einem Blitz zerstört wurde, ist nur noch der im darauffolgenden Jahr errichtete Wiederaufbau erhalten.
Fresken vom 13. Jahrhundert bis zur Renaissance
Bei den Restaurierungsarbeiten von 1971–74 wurden Gemälde ans Licht gebracht, die im 14. Jahrhundert überdeckt worden waren. Die ältesten Gemälde aus dem 13. Jahrhundert, Werke von Meistern aus Latium und Kampanien, schmücken die Gegenfassade mit Episoden aus dem Leben Jesu sowie einige Pfeiler, darunter eine Madonna der Barmherzigkeit. Aus dem 15. Jahrhundert stammt eine Verkündigung, die Pietro Coleberti zugeschrieben wird, einem Maler, der hier geboren wurde, als Priverno noch Piperno hieß. Die Freske erinnert an das Werk, das Coleberti 1430 in Roccantica signierte. In der Apsis hingegen befinden sich Gemälde aus dem 16. Jahrhundert, die möglicherweise von Pomponio Palombo stammen.
Ein Rundgang zwischen Geschichte und Stadtmauern
Von der Kirche aus kann man entlang der Zyklopenmauern und durch die mittelalterliche Altstadt weitergehen. Der ruhige Platz hat sich die Atmosphäre jener Zeit bewahrt, als er noch das Herz der Stadt war – bevor sie weiter nach oben, auf den Hügel, verlegt wurde.