Die Piazza Martiri della Libertà in Poggio Mirteto: der „Salon“ der Sabina
Die Piazza Martiri della Libertà ist das Herz von Poggio Mirteto, dem historischen Hauptort der Sabina. Mit seinen etwa 5.000 Quadratmetern ist er der größte Platz in der Gegend – eine Seltenheit für ein mittelalterliches Dorf. Die unregelmäßige Form ist kein Zufall: Seit dem 17. Jahrhundert wurde beschlossen, in der Mitte keine Wohnhäuser zu errichten, sodass ein offener Raum entstand, der heute als städtischer Treffpunkt dient. Das Kriegerdenkmal in der Mitte, das am 9. August 1926 eingeweiht wurde, ist das Werk des Architekten Balestrieri.
Die Gebäude, die den Platz umgeben
Auf den Platz blicken die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Ortes. Im Westen befindet sich die Kathedrale Santa Maria Assunta mit ihrer barocken Terrakottafassade. Gegenüber, am Ende der Treppe, steht die Kirche San Rocco, die 1779 in einer Linie mit der Porta Farnese erbaut wurde – eine bewusste Inszenierung. Auf der Ostseite befindet sich der Palazzo Comunale (Rathaus) mit seiner Fassade aus Travertin-Imitat, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit einer ungewöhnlichen Technik hergestellt wurde: Grobe Salzkörner, die im Mörtel hinterlassen werden, bilden beim Auflösen Vertiefungen, so dass die Oberfläche echtem Stein ähnelt.
Ein Platz, der außerhalb der Stadtmauern entstanden ist
Im Jahr 1610 wurde der Grundstein für die heutige Gestaltung gelegt. Der Ort wuchs und benötigte mehr Platz: Der Platz entstand als Erweiterung außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern. Im Jahr 1893 wurde die Straßenplanierung abgeschlossen und die Stützmauer zum Rio Sole errichtet. Hier beginnt das dezentrale Museum des Widerstands im Latium, eine 10 km lange Route, die durch die Orte des Partisanenkampfes bis zum Monte Tancia führt.