Die Kirche des Kruzifixes in Nemi: Die Wallfahrtskirche mit der wundertätigen Skulptur
Die Kirche des Kruzifixes befindet sich in Nemi, im Gebiet der Castelli Romani, und ist dem hölzernen Kruzifix aus dem Jahr 1669 gewidmet, das von Fra Vincenzo Pietrosanti da Bassiano geschaffen wurde. Die als wundertätig geltende Skulptur besticht durch ihren starken Realismus und birgt ein Geheimnis: Eine Vertiefung auf dem Rücken, die sie auch zu einem Reliquiar machte. Der Überlieferung nach gelang es dem Mönch nicht, das Gesicht der Skulptur fertigzustellen – und nach Tagen des Fastens und der Buße fand er es bereits fertig gemeißelt vor.
Von Santa Maria di Versacarro zur Wallfahrtskirche des Kruzifixes
Die Kirche wurde zwischen 1639 und 1645 im Auftrag des Markgrafen Mario Frangipane erbaut, nachdem die Kapuziner Nemi verlassen hatten, um nach Genzano umzusiedeln. Ursprünglich trug sie einen anderen Namen: Santa Maria di Versacarro, nach der Ikone der Madonna, die aus einer baufälligen Einsiedelei am Ufer des Sees hierher gebracht worden war. Diese Ikone – die 2002 gestohlen und 2006 in Messina wiedergefunden wurde – ist heute durch ein schmiedeeisernes Tor geschützt. Doch ab 1669 verlagerte sich die Volksfrömmigkeit vollständig auf das Kruzifix, und damit auch der Name der Kirche.
Das Innere und die Restaurierungen
Der Grundriss hat die Form eines umgekehrten lateinischen Kreuzes. Zwischen 1898 und 1899 schmückte der Maler Eugenio Cisterna das Innere, während der Architekt Lorenzo M. de Rossi die Fassade neu gestaltete. Zahlreiche Päpste haben die Wallfahrtskirche besucht: von Clemens XI. im Jahr 1711 bis zu Benedikt XVI. im Jahr 2006. Die Votivgaben an den Wänden – nur ein kleiner Teil der Originale – erzählen von jahrhundertelangen Pilgerreisen und Heilungen, die dem Kruzifix zugeschrieben werden.