Die Pietre Lanciate bei Bolsena: eine Säulenbasaltformation, die aussieht, als sei sie von einem Vulkan geschleudert worden
Die einen Kilometer von Bolsena entfernten Pietre Lanciate sind eine Säulenbasaltformation. Wie in den Boden gerammte Lanzen ragen Prismen aus Vulkangestein mit fünf- oder sechseckiger Grundfläche aus dem Erdreich empor. Diese seltene geologische Stätte ist eng mit dem Giant’s Causeway in Nordirland verwandt, allerdings weitaus weniger bekannt.
Wie sie entstanden sind
Vor etwa einer Million Jahren kühlten sich die Lavaströme des Vulsino-Komplexes beim Kontakt mit Wasser ab und zerbrachen dabei in regelmäßige, geometrische Säulen. Dieser Vorgang wird als Säulenbildung bezeichnet und ist an einigen berühmten Orten weltweit zu beobachten.
Die Legende von den Steinen, die vom Himmel fielen
Der Name geht auf eine volkstümliche Erklärung zurück: Die Einwohner waren der Meinung, der Vulkan habe die Steine während eines Ausbruchs herabgeschleudert. Eine andere Volkslegende erzählt von einer Gottheit, die Blitze in Steine verwandelte, um rebellische Priester zu bestrafen.
Anfahrt
Die Stätte befindet sich an der Via Cassia in der Ortschaft La Fornacella mit einem kleinen Parkplatz am Straßenrand. Das Gebiet erstreckt sich über Hunderte von Metern, doch die Vegetation bedeckt fast die gesamte Fläche. Der für Besucher zugängliche und gepflegte Abschnitt ist etwa zehn Meter lang. Die Gemeinde erhält ihn als geologisches Kulturerbe. Es gibt eine Informationstafel und einen Ausblick auf den See, von wo man die Inseln Martana und Bisentina sieht, was allein schon einen Besuch wert ist.