Das Hausmuseum Palazzo Cozza Caposavi: das Anwesen in Bolsena, in dem das 18. Jahrhundert noch intakt ist
In der Altstadt von Bolsena, auf der Piazza San Rocco und nur wenige Schritte vom See entfernt, steht ein Palast, der sich seit dem 18. Jahrhundert im Besitz derselben Familie befindet. Der Palazzo Cozza Caposavi wurde im Jahr 1561 von Kardinal Tiberio Crispo, dem päpstlichen Statthalter, in Auftrag gegeben. Die Architekten Simone Mosca und Raffaello da Montelupo waren für die Ausführung verantwortlich. Nach dem Weggang des Kardinals wurde der Wohnsitz zwischen den Familien Cozza und Caposavi aufgeteilt. Mitte des 18. Jahrhunderts schlossen die beiden Familien durch eine Heirat einen Bund und vereinigten auch die Räumlichkeiten wieder.
Unveränderte Einrichtung und berühmte Gäste
Die Zimmer sind mit Originalmöbeln, Terrakottaböden und einer unveränderten Dekoration ausgestattet. Die Bibliothek umfasst 10.000 Bände aus dem 16. Jahrhundert, darunter eine von D’Annunzio signierte Erstausgabe seines Romans Il Piacere (deutscher Titel „Das Vergnügen“). Hier haben Stendhal, Fellini, Moravia und Marconi übernachtet. Zwei Päpste haben in der privaten Kapelle die Messe gefeiert. In den 1970er Jahren brachte der Galerist Plinio de Martiis seine Künstler in diese Gegend: Genau hier schuf Cy Twombly die Werkserie Bolsena.
Ein Museum, das die Geschichte der Stadt erzählt
Neben der Aufbewahrung von Einrichtungsgegenständen, Dokumenten und historischen Objekten beherbergt das Museum Wechselausstellungen und kulturelle Veranstaltungen, die die Geschichte von Bolsena und seiner Umgebung würdigen. Der Palast lebt nicht von Nostalgie, sondern stellt auch heute noch einen Dialog zwischen zeitgenössischen Kreativen und der alten Renaissance-Architektur her.