Übersicht
S. Maria di Castello ist die älteste Kirche in Udine, die bereits im 6. Jahrhundert in den Dokumenten erwähnt wird und von einer bewegten Geschichte geprägt ist: Eine erste Phase des Wiederaufbaus geht bereits auf die Langobardenzeit zurück und wurde vielleicht sogar von König Liutprand gefördert. Aber die ungarischen Einfälle des 10. Jahrhunderts verwüsteten das Gebäude, das zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert wieder aufgebaut werden musste. Aus dieser Zeit sind die romanische Anlage und die Freskenzyklen in den drei Apsiden erhalten. Die Fresken der rechten Apsis sind die am besten erhaltenen: Sie zeigen eine lebendige „Kreuzabnahme“ im Apsisbecken und im darunter liegenden Halbzylinder die Reihe der 12 Apostel, sie stammen aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und werden Arbeitern aus dem Ausland, aus Bayern oder Salzburg zugeschrieben. In der zentralen Apsis ist noch eine „Kronung der Jungfrau“ aus dem 14. Jahrhundert zu sehen, wenn auch in schlechtem Zustand. Leider ist das romanische Fresko der linken Apsis fast vollständig verschwunden.
Weitere Eingriffe wurden nach dem Erdbeben von 1511 notwendig, das in Udine große Schäden verursachte: Aus diesem Grund präsentiert sich die Kirche heute mit einer Fassade und einem Glockenturm im Renaissancestil. Aber der Erzengel Gabriel mit der Nase, der sich auf dem Glockenturm erhebt und zum Symbol des Friaul mit dem Spitznamen „agnul dal Friûl“ geworden ist, stammt aus dem Jahr 1777.
P.le della Patria del Friuli, 33100 Udine UD, Italia