Übersicht
Der von den felsigen Profilen der Julischen Voralpen umrahmte Dom von Venzone wurde nach dem Erdbeben von 1976 nach der Technik der Anastilose vollständig wieder aufgebaut, d. h. die Steine des zerstörten Gebäudes wurden an ihren ursprünglichen Positionen wieder eingesetzt. Die dem Heiligen Andreas dem Apostel geweihte Kirche ist in der Tat eines der wichtigsten Beispiele dieser Restaurierungstechnik, die auch für die Celsus-Bibliothek in Ephesus in der Türkei, das Theater von Sabratha in Libyen und die Brücke Stari Most in Mostar in Bosnien und Herzegowina angewendet wurde. Der Dom von Venzone wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts in romanisch-gotischem Stil auf einer bereits bestehenden Kirche errichtet und verfügt heute wie damals über drei wunderschöne Portale: das nördliche Portal mit einer mit Hochrelief verzierten Lünette mit dem „Segnenden Christus zwischen den Symbolen der Evangelisten“, das südliche Portal mit dem Hochrelief der „Krönung der Jungfrau“ und das Portal, das sich zur Giebelfassade öffnet und von einem Flachrelief einer „Kreuzigung“ der friaulischen Schule aus dem 14. Jahrhundert gekrönt wird. Auch im Inneren wurden die Werke sehr sorgfältig restauriert. Besonders hervorzuheben sind die Fresken, die ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert stammen: zwei aus der Schule von Vitale da Bologna, die „Sankt Martin und den Armen“ und die „Weihe des Doms“ darstellen, letztere mit dem Datum der Einweihung der Kirche, dem 2. August 1338, und ein drittes, bezauberndes, nordisches Fresko, das „Sankt Georg und den Drachen“ darstellt.
Piazzetta Duomo, 33010 Venzone UD, Italia