Übersicht
Die Idee, eine öffentliche Bibliothek in Venedig zu schaffen, entstand zum ersten Mal anlässlich des Aufenthalts von Francesco Petrarca in der Lagunenstadt. Im Jahr 1362 schenkte er der Republik seine Schriften, um einen Kern zu bilden, aus dem später umfangreichere Sammlungen hervorgingen, die allen offen standen, die in der Kultur nach Inspiration suchten. Der Große Rat der Republik prüfte die notwendigen Ausgaben, um einen geeigneten Ort für die Aufbewahrung der Bücher zu finden, aber das Projekt von Petrarca wurde nicht weiterverfolgt. Der eigentliche Anstoß zur Gründung der Staatsbibliothek kam jedoch im Jahr 1468, als der griechische Kardinal Bessarion der Republik eine beeindruckende Sammlung wertvoller Bücher schenkte. Diese wurden im Dogenpalast untergebracht und unter die Obhut der Prokuratoren von San Marco gestellt. Der Bau des Gebäudes der öffentlichen Bibliothek wurde 1537 Jacopo Sansovino anvertraut und nach seinem Tod 1570 von Vincenzo Scamozzi fertiggestellt. Im Jahr 1560 war die Bibliothek von San Marco bereits in Betrieb, mit Nussbaumholzpulten zum Lesen und Schränken zur Aufbewahrung von Büchern. Das Vestibül war als Sitz der Schule von San Marco und für akademische Treffen vorgesehen. Etwa dreißig Jahre später, im Jahr 1596, wurde im Vestibül das Öffentliche Statuarium der Republik eingeweiht, um die Schenkung griechischer und römischer Statuen von Kardinal Giovanni Grimani aufzunehmen, die durch weitere Stücke von Federico Contarini ergänzt wurden. Seitdem waren das Leben der Bibliothek und das des Statuariums bis zum frühen 20. Jahrhundert, als das Archäologische Museum gegründet wurde, miteinander verflochten.