Übersicht
Der Reichtum der Fassade, die Schwung der Türme, das Gold des Mosaikhintergrunds, die Rosette und die Bandpartitur des Kirchenschiffs machen den Dom von Orvieto zu einem Meisterwerk des romanisch-gotischen Stils.
Der Charme des Doms ergibt sich aus der jahrhundertealten Geschichte seines Baus und den Spuren, die die bedeutenden Arbeiter, die dort gearbeitet haben, hinterlassen haben, wobei sie einen einheitlichen Stil und harmonische und ausgewogene Linien beibehalten haben.
Am 14. November 1290 legte Papst Nikolaus IV. den Grundstein in einer Zeit großer wirtschaftlicher und sozialer Lebendigkeit und geistiger Anregung, die durch das Wunder von Bolsena noch verstärkt wurde: Im Jahr 1263 sah ein böhmischer Priester, Pietro da Praga, der an der Gegenwart des Leibes Christi in der geweihten Hostie zweifelte, während er in der Kirche Santa Cristina in Bolsena die Messe feierte, Blutstropfen aus der Hostie herabsteigen, die das Korporale benetzten. Das Heilige Leinen wurde auf Geheiß des Papstes nach Orvieto gebracht und dem Volk gezeigt. Kurz darauf wurde beschlossen, den Dom zu errichten, um das wundersame Korporal zu zeigen. Der ursprüngliche Entwurf wird mal Arnolfo di Cambio, mal Bruder Bevignate da Perugia zugeschrieben, sicher ist, dass ab 1310 Lorenzo Maitani die Bauleitung übernahm, dessen Eingriff die Struktur entscheidend prägte.
Das Werk wurde erst Ende des 16. Jahrhunderts mit dem Bau der seitlichen Türme durch Ippolito Scalza fertiggestellt.
Beim Betreten der Kathedrale ist die Wirkung groß, auch dank der Zweifarbigkeit des Marmors, der die Mauerflächen und Säulen unterstreicht. Der Raum ist feierlich, geprägt von hohen Säulen, die aufeinander folgen und ein außergewöhnliches perspektivisches Spiel erzeugen. Die zahlreichen Gemälde und Skulpturen an den Wänden und in den Kapellen machen das Innere zu einer wahren Schatztruhe der Kunst.
Der Dom hat den Grundriss einer dreischiffigen Basilika, die von zehn Kapellen geöffnet wird. Seine Wände wurden vom Maler Luca Signorelli mit Fresken bemalt, der die Arbeit von Beato Angelico übernahm, nachdem dieser die Arbeiten eingestellt hatte. Die Fresken an den Wänden und Gewölben haben das Jüngste Gericht als zentrales Thema, um dieses drehen sich alle Episoden und Charaktere, die mit der Darstellung verbunden sind.