Übersicht
Die 1625 am Fuße des Monte Ortobene von Nuoro erbaute Kirche Madonna della Solitudine war ursprünglich ein einfacher ländlicher Wallfahrtsort außerhalb der Stadt, der der Madonna Addolorata geweiht war.
Es ist ein von Hirten und Bauern geschätzter Ort, die sich hier anlässlich der der Heiligen Jungfrau gewidmeten Feste trafen. Grazia Deledda wählte ihn als Schauplatz ihres letzten und gleichnamigen Romans von 1936: „La chiesa della solitudine“ (Die Kirche der Einsamkeit).
Diese Kirche, die den Einwohnern von Nuoro schon immer lieb und teuer war, hat auch eine hohe literarische Bedeutung erlangt und ist der Stadt durch die Aufnahme der sterblichen Überreste der mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Schriftstellerin noch mehr ans Herz gewachsen.
Im Jahr 1947, elf Jahre nach ihrem Tod, während denen die sterblichen Überreste Deleddas auf dem Friedhof Verano in Rom ruhten, wurde der Vorschlag gemacht, dass ihr Leichnam endgültig auf die Insel zurückgebracht werden sollte.
Die Kirche, die sich damals in einem sehr schlechten Zustand befand, wurde zu diesem Anlass vollständig umgebaut, wobei man der Einfachheit der ursprünglichen Anlage treu blieb.
Die Schlichtheit des Gotteshauses, die sich für die tiefste Sammlung eignet, wird auch durch die Giebelfassade, die in dem kleinen Glockenturm gipfelt, die hölzerne Dachstuhldecke des Innengewölbes und die Reinheit der Linienführung der halbrunden Apsis unterstützt. Eine höchst originelle liturgische Ausstattung, geschaffen von den Künstlern Gavino Tilocca und Eugenio Tavolara, macht die Kirche zu einem kostbaren und einzigartigen Schmuckstück. Sie ist beeindruckend und anziehend und wartet nur darauf, vom Gläubigen oder dem einfachen Besucher betreten zu werden, der im Inneren der Wallfahrtskirche die richtige Atmosphäre findet, um sich dem kleinen schwarzen Sarkophag aus Marmor zu nähern, in dem heute die sterblichen Überreste von Grazia Deledda ruhen.