Übersicht
Die Basilika San Pietro in Ciel d'Oro ist eine der ältesten Kirchen von Pavia. Sie wurde im 8. Jahrhundert auf dem Grab des heiligen Philosophen Severino Boezio errichtet, der vom ostgotischen König Theoderich getötet wurde, und wurde zum ersten Mal von Paolo Diacono, dem großen Historiker der Langobarden, erwähnt, aber einige Jahrhunderte später sprachen auch Dante, Boccaccio und Petrarca von ihr. Die Basilika verdankt ihren Ruhm dem langobardischen König Liutprand, der 722 den Leichnam des Heiligen Augustinus von Sardinien dorthin brachte, um ihn nicht in die Hände der Sarazenen fallen zu lassen. Die durch ungarische Einfälle zerstörte Kirche wurde in den Jahren 1120-32 in grandiosen romanischen Formen wieder aufgebaut (jedoch ohne die goldene Decke, die nur im Namen überlebte) und wurde bis zur napoleonischen Invasion zu einem Klosterzentrum von größter Bedeutung und Reichtum. Die Fassade aus rotem Backstein und Sandstein, die mit antiken Skulpturen am Portal und oben mit blinden Loggien verziert ist, verbirgt ein dreischiffiges Innere mit strengen Formen und einem Parterre mit illustren Gräbern: Neben Severino Boezio in der Krypta ruhen hier (vielleicht) König Liutprand persönlich und mehrere lombardische und europäische Adlige, wie Richard de la Pole, der letzte Nachkomme des Hauses York, der in der Schlacht von Pavia starb. Das Herzstück ist natürlich die Arche des Heiligen Augustinus im Presbyterium, eine außergewöhnliche gotische Skulptur, die um 1362 von lombardischen Handwerkern geschaffen wurde. Sie erstreckt sich über drei Ebenen, auf denen sich Flachreliefs mit Rundskulpturen abwechseln, mit einem ikonografischen Apparat, der das Denken und die Wunder des Heiligen von Hippo feiert. Im Zentrum, in einer offenen Zelle, sieht man den Heiligen, der von Ordensleuten umgeben ist, die sein Leichentuch anheben. Unter dem Denkmal befindet sich noch das mittelalterliche Reliquiar, in dem die Überreste des Heiligen aufbewahrt werden.