Übersicht
In ganz Italien gibt es kein reicheres und aktuelleres technisch-wissenschaftliches Museum als das Nationalmuseum für Wissenschaft und Technologie Leonardo da Vinci in Mailand. Und auch im übrigen Europa gibt es nur wenige, die auf Augenhöhe konkurrieren können. Wir sprechen von einer riesigen Struktur mit einem Erbe von 19.000 Objekten – darunter Züge, Flugzeuge und Schiffe –, die sich auf einer Fläche von 50.000 Quadratmetern verteilen. Das Plus ist, dass wir uns im mittelalterlichen Mailand befinden, in der Gegend von S. Ambrogio: Das Museum ist im ehemaligen Kloster S. Vittore neben der antiken Basilika S. Vittore al Corpo untergebracht, die im 4. Jahrhundert gegründet und mit prächtigen Mosaiken geschmückt wurde. Die Ausstellung ist in thematische Abschnitte unterteilt, die sich auf das zentrale Gebäude und die Außenpavillons verteilen, und wird durch eine Reihe interaktiver Workshops ergänzt, die sich vor allem an Schulen und Studenten richten. Im zentralen Kern der Struktur sind die Gallerie Leonardo Da Vinci das Juwel, die 2019 eingerichtet wurden, um das Leben und Denken des Genies, nach dem das Museum benannt ist, zu präsentieren. Leonardo war ein großer Protagonist der Mailänder Renaissance: Modelle und Plastiken, Originaldokumente und Multimedia-Installationen beschreiben seinen Beitrag zur Geschichte des Wissens. Rundherum gibt es Abschnitte, die alten Techniken wie der Goldschmiedekunst und der Uhrmacherei gewidmet sind, sowie Abschnitte, die moderne Technologien wie die Telekommunikation und die Erforschung des Weltraums präsentieren. Spektakulär sind die Metallurgie-Abteilung mit Öfen und Walzwerken sowie die Energie- und Materialabteilung im Untergeschoss. Zwei große Pavillons sind dem Schienen- und Luftverkehr vorbehalten. Zu den neuesten Zugängen in den ständig wachsenden Sammlungen des Museums gehört ein Exemplar der Straßenbahn Carrelli Milano 1928: ein Vintage-Modell, das aber immer noch sehr effizient ist und auf den Straßen von Mailand und sogar in San Francisco zu finden ist. Die wahren Stars des Museums befinden sich jedoch im Innenhof: das gigantische U-Boot S-506 Enrico Toti aus dem Jahr 1967 (das nach vorheriger Reservierung besichtigt werden kann) und das maßstabsgetreue Modell der Vega-Rakete, die in Zusammenarbeit mit der italienischen Weltraumorganisation und der Europäischen Weltraumorganisation für den Start kleiner Satelliten in die Umlaufbahn entwickelt wurde.
Via San Vittore, 21, 20123 Milano MI, Italia