Übersicht
Entlang der Via Giulia weisen die ungarische Flagge und die Flagge der Europäischen Union auf den Palazzo Falconieri hin, ein prächtiges Herrenhaus aus der Spätrenaissance, das großen Adelsfamilien wie den Odescalchi und den Farnese gehörte. Es erhebt sich neben der Kirche Santa Maria dell'Orazione e Morte, genau dort, wo sich zur Zeit des antiken Roms ein Hafen am Tiber öffnete. Im Jahr 1646 ließ der neue Besitzer des Palastes, der Florentiner Orazio Falconieri, ihn von Francesco Borromini, einem Meister der Barockarchitektur, modernisieren und erweitern. Auf der Via Giulia fügte Borromini das blinde Portal und die drei Fenster hinzu, die am weitesten von der Kirche entfernt sind, um die Symmetrie der Fassade zu gewährleisten. Insbesondere gestaltete der große Architekt die Rückseite des Palastes, die sich auf den heutigen Lungotevere dei Tebaldi öffnet, fast vollständig neu und fügte einen ganzen Flügel hinzu. Ebenfalls auf der Rückseite befindet sich die prächtige Loggia mit drei Arkaden: Vor dem Bau der Mauern und der Tiberpromenade blickte sie direkt auf den Fluss. Seit 1927 gehört der Palazzo Falconieri der ungarischen Regierung, die ihn zum Sitz der Ungarischen Akademie und ihrer prestigeträchtigen Bibliothek gemacht hat. Die Innenräume können nur anlässlich der kulturellen Initiativen der Akademie und für besondere Veranstaltungen besichtigt werden.