Die Chiesa dell‘Annunziata in Minturno: Ein Schatz gotischer Fresken an der Via Appia
Etwas außerhalb des antiken Stadtkerns von Minturno, wo einst die Stadtmauern endeten, befindet sich die Chiesa dell‘Annunziata. Aufgrund ihrer Lage direkt an der Via Appia ist ihr Besuch gewissermaßen obligatorisch. Dieses Gebäude ist eines der seltenen Beispiele für gotische Architektur in Minturno, und hinter seiner schlichten Fassade verbirgt es einen Freskenzyklus aus dem 14. Jahrhundert, der der neapolitanischen Schule zugeschrieben wird. Es ist eine unerwartete Entdeckung.
Ein Äußeres, das nicht alles verrät
Von außen wirkt die Kirche schlicht, fast streng. Der Zugang erfolgt durch einen kleinen Portikus, den Narthex, auf den ein Marmorportal folgt. Die massiven Mauern werden nur von schmalen, hohen Einzelfenstern unterbrochen, die für den gotischen Stil typisch sind. Das Gebäude sieht aus, als wolle es der Zeit und den Witterungseinflüssen standhalten, anstatt zu beeindrucken.
Die Farben des 14. Jahrhunderts
Die eigentliche Überraschung erwartet Sie im Inneren. In den Fresken an den Wänden des Presbyteriums, die in der Phase des fließenden Übergangs zwischen Gotik und Renaissance entstanden sind, sind heilige Geschichten in leuchtenden Farben dargestellt. Zu erkennen sind Christus, die Evangelisten und verschiedene Heiligenfiguren. Suchen Sie in einer Seitenkapelle nach den Fragmenten von Mosaikdekorationen im Stil der Kosmaten, die ein weiteres kostbares Detail darstellen.
Eine Geschichte der Wiedergeburt
Die Kirche hat eine bewegte Geschichte. Sie hat schwere Schäden erlitten, ist aber immer wieder auferstanden. Eine erste größere Restaurierung wurde 1930 auf Geheiß von Pietro Fedele, einem damaligen Pfarrer aus Minturno, durchgeführt, und eine zweite wurde 1950 aufgrund der durch den Krieg verursachten Schäden erforderlich.
Der Eintritt in die Kirche ist frei. Da sie sich in einem zentralen Bereich befindet, ist sie bei einem Spaziergang durch das Dorf bequem zu Fuß zu erreichen.