Vico Giudea in Itri: Die letzten Spuren einer in den Gassen verborgenen Gemeinschaft
In der Altstadt von Itri befindet sich der Vico Giudea, eine enge Gasse am Aufgang zur mittelalterlichen Burg. Es war das Viertel der örtlichen jüdischen Gemeinde: kein formelles Ghetto, sondern vielmehr ein abgegrenzter Bereich, in dem die Juden unter sich lebten, getrennt von der christlichen Bevölkerung. Es gab keine Synagoge: Die Gemeinde war zu klein. Die Mitglieder der Gemeinde versammelten sich zum Gebet im Haus des Rabbiners oder des ältesten Mitglieds.
Die Spuren, die geblieben sind
Am Eingang der Gasse ist noch eine Alabasterstufe mit einem Loch in der Mitte zu sehen: Es wird angenommen, dass sie dazu diente, eine Eisenstange zu halten, an der wiederum ein Gitter befestigt wurde, um nachts den Durchgang zu verschließen. Gegenüber liegt der Vico Uso: Der Überlieferung nach war das der Ort, an dem die Gemeinschaft Handel betrieb, etwa durch den Verkauf gebrauchter Stoffe, worauf der Name der Gasse zurückgeht.
Was heute noch erhalten ist
Von der jüdischen Gasse sind heute nur noch wenige Spuren übrig. Kein erkennbares Gebäude, keine Inschrift. Nur die Namen der beiden Gassen erinnern noch an die Menschen, die dort lebten.