Die römischen Thermen von Fondi: Ausgrabungen, die von der Stadt unter der Stadt erzählen
Auf der Piazza Unità d'Italia, im Herzen der Altstadt von Fondi, befindet sich ein Fenster, das Einblicke in die antike Stadt gewährt. Die römischen Thermen, die auf das 1. Jahrhundert v. Chr. bis zum 1. Jahrhundert n. Chr. datiert werden, wurden 1964 zufällig bei den Wiederaufbauarbeiten an der Kapelle San Rocco entdeckt, die durch die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs zerstört worden war.
Entlang einer der wichtigsten Straßen der Antike
Die Thermen befanden sich an der Kreuzung des Decumanus Maximus – der Hauptstraße des römischen Fondi, dem heutigen Corso Appio Claudio – und eines Zweigs der Via Appia. Eine zentrale Lage, die viel über die Bedeutung des Komplexes aussagt. Die Anlage wurde von der Kaiserzeit bis zum 5. Jahrhundert n. Chr. mehrfach umgebaut, was auf eine langjährige Nutzung hindeutet.
Ein schwarz-weißes Mosaik und ein noch ungeklärtes Rätsel
Das Highlight dieser Thermen ist ein schwarz-weißes Mosaik, das noch heute zu sehen ist. Bei den Ausgrabungen wurden auch ein Calidarium und ein Tepidarium freigelegt – die Räume für die heißen und lauwarm temperierten Bäder. Da die Anlagen jedoch unvollständig sind, lässt sich nicht feststellen, ob es sich um öffentliche Thermen oder um die private Sauna einer kaiserlichen Villa handelt. Die gefundenen Marmorstücke werden von den Fachleuten jedoch als von hervorragender Qualität eingestuft.