Von der Küste ins emilianische Hinterland
Es geht wieder von Cesenatico aus los, einer Stadt an der Riviera der Romagna, in der Marco Pantani, der große italienische Radrennfahrer, geboren wurde. Er verstarb vor zwanzig Jahren und gewann 1998 die Grande Boucle. Vom Start aus fahren die Rennfahrer nach Norden und erreichen über Cervia Classe, den alten Hafen der Stadt Ravenna.
Als die antike Hauptstadt des Weströmischen Reiches erzählt Ravenna in ihren Denkmälern eine reiche und kulturell blühende Geschichte. Nach der Teilung des Römischen Reichs in die beiden Blöcke Westrom und Ostrom wurde die Stadt zu einem politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum. In ihren ständigen „Dialogen“ mit dem Orient bereicherte sie sich mit einer glorreichen Würde, die sich in der bildenden und plastischen Kunst sowie in den erhabenen Mosaiken, die die alten frühchristlichen Basiliken schmücken, widerspiegelt.
Ravenna wurde auch dank der Tausenden von Pilgern, die die Stadt durchquerten, zum Zentrum der Verbreitung der Kultur. Die Stadt liegt an der alten Straße der Via Romeo Germanica, einer der privilegierten Routen, über die Könige, sächsische Kaiser und schwäbische Herrscher ihre Verbindungen zur Stadt der Päpste aufrechterhielten. Nicht nur die Aristokratie, sondern auch Reisende und Ritter, Kaufleute und Gläubige traten in die Fußstapfen des Mönchs Albert von Stade, der 1236 von Augsburg nach Rom reiste und die Reise in seinem Reisetagebuch akribisch festhielt.
Weiter geht es mit der Tour de France durch Faenza mit seiner charakteristischen Altstadt, in der Sie die zahlreichen lokalen Keramikwerkstätten und -geschäfte bewundern können, bis nach Imola, einer antiken Stadt, in der sich die internationale Rennstrecke „Enzo e Dino Ferrari“ befindet.
Nach Imola, das etwa auf halber Strecke liegt, geht der Wettkampf auf einer Strecke weiter, die sich durch wenige und leichte Höhenunterschiede auszeichnet, bis nach Bologna, wo die beiden Anstiege zur Wallfahrtskirche San Luca entscheidend sein werden, bevor man das Ziel erreicht. Die Stadt Felsina empfängt uns mit ihren Arkaden, die 2021 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden, und mit ihrer jahrhundertealten kulturellen und gastronomischen Tradition.