Übersicht
Das Bild der Insel S. Giorgio Maggiore, direkt gegenüber dem Markusplatz, jenseits des Markusbeckens, ist eine der bekanntesten Postkarten von Venedig. Seit dem 10. Jahrhundert ist sie ein Ort der Spiritualität, der von einer benediktinischen Klostergemeinschaft bewohnt wird und im Laufe der Jahrhunderte zu einem wichtigen europäischen Zentrum im theologischen, kulturellen und künstlerischen Bereich geworden ist. Die mittelalterliche Kirche und das Kloster existieren heute jedoch nicht mehr. Sie wurden durch einen prächtigen Komplex aus dem 16. Jahrhundert ersetzt, der von Andrea Palladio entworfen und nach seinem Tod von Vincenzo Scamozzi fertiggestellt wurde. Die weiße Fassade der Basilika aus istrischem Stein wurde so konzipiert, dass sie einen panoramischen Kontrast zu den Gebäuden des Markusplatzes bildet, von dem aus sie perfekt sichtbar ist. Mit ihren riesigen Säulen erinnert sie an einen klassischen Tempel, ein Eindruck, der sich auch in der grandiosen Gelassenheit des Innenraums widerspiegelt. Die Struktur in Form eines lateinischen Kreuzes ist elegant in ihrer Wesentlichkeit, aus weißem Putz und architektonischen Elementen aus Stein, die das luftige Erscheinungsbild unterstreichen. Hier sind viele Kunstwerke von großem Interesse erhalten, vor allem die letzten Meisterwerke von Tintoretto, die alle zwischen 1592 und 1594, dem Jahr seines Todes, gemalt wurden: Die Juden in der Wüste lehnen das Manna ab, ein berühmtes Letztes Abendmahl und eine berührende Kreuzabnahme Christi, in der sich der Maler in dem alten Josef von Arimathäa porträtiert. Nicht zu vergessen die schöne Madonna mit Heiligen von Sebastiano Ricci (1708) und eine eindrucksvolle Nachtliche Anbetung der Hirten von Jacopo Bassano (1592), das letzte Werk des Künstlers, sowie weitere Gemälde von Palma dem Jüngeren und Domenico Tintoretto, dem Sohn des berühmteren Meisters.