Übersicht
Eine der historisch bemerkenswertesten und am besten erhaltenen Burgen in der Provinz Bozen befindet sich im Sterzinger Moos, einem trockengelegten Sumpfgebiet am Anfang des Beckens von Sterzing. Gegenüber thronen der Turm und das Hauptgebäude von Castel Pietra/Schloss Sprechenstein, das mit der Burg Reifenstein eine Art Wächterpaar am Eingang des Beckens bildet. Der italienische Name geht auf den vorübergehenden Besitz durch die Familie Thurn und Taxis zurück, die nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches zu Beginn des 19. Jahrhunderts ihre alten Rechte an der Verwaltung des Postsystems in Europa vollständig verloren hatte und offensichtlich zu diesem Zeitpunkt hier investierte.
Der zentrale Bergfried stammt aus dem 12. Jahrhundert. Daneben wurden bis zum 16. Jahrhundert weitere Gebäude hinzugefügt, während im Hauptgebäude der Kapitelsaal besichtigt werden kann, der mit kostbaren Schnitzereien aus Holz verkleidet ist, sowie der Grüne Saal mit raffinierten monochromen Fresken und einem außergewöhnlichen Tor aus perforiertem Holz, das Zugang zur Kapelle San Zeno gewährt. Man gelangt zum Schloss über einen Weg, der vom Parkplatz aus aufwärts führt.
Historisch gesehen wird das Schloss in den Dokumenten seit dem 11. Jahrhundert als Lehen einer bayerischen Gemeindefamilie erwähnt, wobei es den Namen Reifenstein von den nachfolgenden Besitzern erhielt: den Herren des Dorfes Stilves, das heute ein Ortsteil der örtlichen Gemeinde ist. Vieles von dem, was heute erhalten ist, ist dem jahrhundertelangen Besitz durch den Deutschen Orden zu verdanken.