Statue von Caligula in Nemi: Das Bronzegesicht des „Kaisers der Schiffe“
Die Herme des Caligula befindet sich an der Ecke zwischen dem Corso und der Piazza Umberto I in der Altstadt von Nemi in der Region Castelli Romani. Es handelt sich um ein Bronzewerk des Bildhauers Luciano Mastrolorenzi, das 2008 im Wachsausschmelzgussverfahren hergestellt wurde. Die Augen sind aus Silber und Onyx. Das Gesicht wurde nach den wenigen antiken Münzen modelliert, die die Damnatio memoriae überdauert haben, die Verurteilung zur Vergessenheit, die der römische Senat dem Kaiser nach seinem Tod auferlegte.
Eine Inschrift in Runenbuchstaben
Unter dem Kopf verläuft eine Inschrift in Runenbuchstaben, dem Alphabet der alten Germanen, die auf die mythologischen Ursprünge des Ortes verweist. Es handelt sich um eine ungewöhnliche Wahl, die unverkennbar die Handschrift von Mastrolorenzi trägt: Dasselbe Detail findet sich auch an seinem Gorgonenbrunnen, der sich etwas weiter die Straße hinunter befindet.
Der Kaiser und der See
Caligula wurde am 31. August 12 n. Chr. in Anzio geboren und regierte von 37 bis 41 n. Chr. Seine Geschichte ist eng mit Nemi verbunden: Am Nordufer des Sees ließ er zwei riesige Schiffe bauen, die über 70 Meter lang waren. Eines diente als schwimmender Palast, das andere als Tempel, der der ägyptischen Göttin Isis geweiht war. Die mit Marmor, Mosaiken und Bronzen verzierten Schiffe wurden nach seinem Tod versenkt und blieben fast zweitausend Jahre lang auf dem Seegrund, bis sie zwischen 1929 und 1931 geborgen wurden. Die Herme von Mastrolorenzi erinnert an die Verbindung zwischen dem Kaiser und dem Gewässer, das die Römer Speculum Dianae nannten.