Das dorische Nymphäum in Castel Gandolfo: Ein archäologisches Geheimnis am Ufer des Albaner Sees
Wenn man von Castel Gandolfo aus zum Albaner See hinuntergeht, stößt man auf das Dorische Nymphäum, ein in das Vulkangestein gehauenes Bauwerk. Obwohl es formal zur großen Villa des Domitian gehört, ist sein wahrer Ursprung für Wissenschaftler nach wie vor ein Rätsel. Es könnte sich um ein kaiserliches Nymphäum oder um ein weitaus älteres Heiligtum handeln, das möglicherweise mit den Gottheiten der mythischen Stadt Albalonga in Verbindung steht. Gerade diese Ungewissheit macht es so einzigartig.
Ein Stilmix im Felsen
Das Innere besteht aus einem großen rechteckigen Saal mit einem etwa 8 Meter hohen Tonnengewölbe. Die Wände wurden in der Technik des Opus reticulatum – einem für die Römer typischen Netzmauerwerk – errichtet und weisen eine kuriose Stilmischung auf. Besonders auffällig ist das dorische Obergesims, das mit Kapitellen und Details im ionischen Stil kombiniert ist. Eine Reihe von Nischen entlang der Seiten lässt vermuten, dass hier Statuen ausgestellt waren.
Das antike Wasserspiel
Aber der wahre Blickfang war das Wasser. Ein ausgeklügeltes System aus Zisternen und Leitungen versorgte hinter der Rückwand Wasserfälle und kleine Kanäle mit Wasser und hauchte so dem gesamten Raum Leben ein. Das Wasser kam aus einem der Aquädukte, die die kaiserliche Residenz versorgten. Man kann sich die Klänge und die Lichtreflexe vorstellen. Ein wahrer hydraulischer Motor, der die Gäste des Kaisers oder, wer weiß, die Anhänger eines alten Kultes in Staunen versetzen sollte.
Der Zugang zum Nymphäum kann eingeschränkt sein. Für einen Besuch ist es daher unerlässlich, sich im Voraus über die Öffnungszeiten zu informieren und über die offiziellen Kanäle zu reservieren.