Kunst, Geschichte und Ölverkostungen
Die Route durch die Dörfer des Pollino beginnt an der Ostseite der Provinz Cosenza und führt nach Oriolo, das zu den schönsten Dörfern Italiens zählt und eine atemberaubende Aussicht bietet. Das Wahrzeichen des mittelalterlichen Dorfes ist das Schloss, eines der schönsten Friedrichs-Schlösser in Kalabrien, das heute als Veranstaltungsort für Events und Ausstellungen dient. Im Inneren können wunderschöne Räume bewundert werden, darunter der Bankettsaal, der Audienzsaal, der Fahnensaal sowie das kostbare Schlafzimmer von Margherita Pignone del Carretto, dessen Kuppel mit einem Fresko des Triumphs Apollos verziert ist. Gegenüber der Burg liegt die normannische Mutterkirche San Giorgio Martire, in der die Reliquien der Heiligen Georg und Franz von Paola aufbewahrt werden. Unter den Dörfern des Pollino verfügt Oriolo über eine Reihe interessanter Museen: das MUDAM- Museo Diffuso delle Arti e dei Mestieri (MUDAM-Museum für Kunst und Handwerk), das Museo della Civiltà Contadina (Museum für bäuerliche Kultur) im Palazzo Giannettasio aus dem 18. Jahrhundert, das Stadtmuseum Casa della Cultura, die Pinacoteca Comunale, die Galleria Porta San Giacomo, die Casa delle Arti e delle Idee sowie die Bibliothek im Palazzo Tarsia-Toscano. Feinschmecker können drei Produkte mit der Bezeichnung De.Co. (Denominazione di Origine Comunale, kommunale Ursprungsbezeichnung) probieren: Capretto da Latte (Zicklein), Taralli al Finocchietto (Fladenbrot mit Fenchel) sowie natives Olivenöl extra in Premiumqualität.
Von der Vorgeschichte bis zum Mittelalter
Der Charme von San Lorenzo Bellizzi macht es zu einem der Dörfer des Pollino, die man unbedingt besuchen sollte. Dank seiner atemberaubenden Lage zwischen den Tälern, die sich zum Naturschutzgebiet Gole del Raganello öffnen, ist es das ideale Ausflugsziel. Das kleine Dorf San Lorenzo Bellizzi scheint in der Zeit stehen geblieben zu sein und erinnert mit seinen prähistorischen Ursprüngen, die seit der Jungsteinzeit belegt sind, an seine Vergangenheit. Eindrucksvolle Zeugnisse dieser Zeit sind die archäologischen Überreste der Grabstätte in der Grotta di Pietra Sant’Angelo, die vor 7000 Jahren angelegt wurde und zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten dieses Orts gehört. Der Name San Lorenzo Bellizzi steht in direktem Zusammenhang mit einer Baronenfamilie aus der Gegend. Ihr ist der Bau der ersten Kapelle San Lorenzo zu verdanken, die dem lokalen Heiligen gewidmet ist. Später ging die Herrschaft im Jahr 1534 an die Markgrafen Pignatelli über. Noch heute sind im Dorf Spuren der Adelsfamilien zu finden, die es im Laufe der Geschichte regiert haben.
Die „Stadt des Brotes“
Eines der Dörfer des Pollino, das die lokalen Besonderheiten widerspiegelt, ist Cerchiara di Calabria. Es liegt zwischen den Hängen des Monte Sellaro und wird von den Überresten einer mittelalterlichen Burg dominiert. Cerchiara di Calabria zählt zu den „Città del Pane“ (Brotstädte) sowie zu den „Presidio Slow Food“ (Slow-Food-Präsidien) und widmet dem Brotbacken ein eigenes Fest sowie ein Brotmuseum, das zahlreiche Werkzeuge und Rekonstruktionen des bäuerlichen Lebens zeigt. Unter den Dörfern des Pollino ist Cerchiara für seine bedeutende Wallfahrtskirche Madonna delle Armi berühmt, die zu den am meisten verehrten Marienstätten der Region zählt. Das heutige Gebäude ist eine ehemalige byzantinische Frauenklosterkapelle aus dem 15. Jahrhundert, die nach der wundersamen Entdeckung der Madonna delle Armi geweiht wurde. Sehenswert ist auch die Kirche San Pietro mit ihren wertvollen Gemälden. Liebhaber des Trekkings können in den Dörfern des Pollini einen Ausflug zum Parco della Cessuta, zum Bosco dell'Acqua Rossa und zu den legendären Grotten von Cerchiara unternehmen, einem der beliebtesten Kletterorte, , insbesondere in der Grotta delle Ninfe, einer Höhle, aus der schwefelhaltiges Thermalwasser sprudelt.
Im Herzen von Arbëria
Im Herzen des Nationalparks Pollino repräsentiert Frascineto die Arbëreshë (italo-albanischen) Gemeinschaften, die einen großen Teil der Dörfer des Pollino geprägt haben. Dies zeigt sich in der unverwechselbaren Stadtstruktur in Form der sogenannten Gjitonìe, den typischen albanischen Vierteln. Diese bestehen aus kleinen, halbkreisförmig angeordneten Häusern, die auf einen gemeinsamen Platz blicken. Zu den Sehenswürdigkeiten, die man in Frascineto nicht verpassen sollte, gehören die barocke Pfarrkirche Santa Maria Assunta mit ihrem charakteristischen Glockenturm und ihrer majestätischen Kuppel, die byzantinische Basilika San Pietro e Paolo aus dem 10. Jahrhundert und die in den Felsen des Timpone del Corvo gehauene Kapelle Madonna delle Armi (auch Madonna di Lassù genannt). Sehenswert sind auch die beiden albanischen Museen: das Museum für traditionelle albanische Trachten und das Museum für byzantinische Ikonen. Liebhaber guten Weins sollten einen Abstecher zur Cantina Sociale Vini del Pollino einplanen.
Die „Hauptstadt des Pollino“
Wenn es ein Dorf im Pollino gibt, das im Laufe der Geschichte zur echten „Hauptstadt des Pollino“ geworden ist, dann ist es Castrovillari. Der älteste Teil der Altstadt, die sogenannte „Cìvita“, ist das gesellschaftspolitische Machtzentrum der Region. Es wird vom Castello Aragonese dominiert, das einst der Verteidigung des Coscile-Tals diente. In diesem alten Viertel befinden sich einige der schönsten monumentalen Gebäude der Stadt, darunter das Protoconvento Francescano (1220), in dem sich heute das SiMuCCà – Sistema Museale Città di Castrovillari (Museumssystem der Stadt Castrovillari) befindet. Zu diesem Museumssystem gehören auch das Archäologische Museum und das Teatro Sybaris, das als Veranstaltungsort des Festivals „Primavera dei Teatri“ dient – eines der wichtigsten Theaterfestivals der Region. Ein Spaziergang durch die Altstadt endet mit einem Besuch der im 16. Jahrhundert erbauten Kirche San Giuseppe. In ihrem Inneren sind ein Fresko der Madonna von Konstantinopel aus demselben Jahrhundert sowie zwei bedeutende Gemälde zu bewundern. Castrovillari ist auch als die „Stadt des Karnevals“ bekannt, bei dem Unterhaltung und Folklore vereint werden.
Die „Krippe des Pollino“
Morano Calabro ist nicht nur eines der schönsten Dörfer des Pollino, sondern auch eines der schönsten Dörfer Italiens. Aufgrund der charakteristischen Trachten und der berühmten lebenden Krippe ist es als „Krippe des Pollino“ bekannt. Unter den Dörfern des Pollino zeichnet sich Morano Calabro durch die Ruinen der Burg, die roten Dächer und die mittelalterliche Ortschaft aus, die sich zwischen Gassen, kleinen Plätzen und Arkaden erstreckt und zum Stadtteil San Nicola hinabführt. Unverkennbar sind die gelb-blauen Farben der Kuppel und des Glockenturms der Stiftskirche Santa Maria Maddalena. In ihrem Inneren kann man eine Madonna degli Angeli von Antonello Gagini aus dem Jahr 1505 bewundern. Sehenswert sind außerdem das Museum für Landwirtschafts- und Weidewirtschaftsgeschichte sowie das Naturkundezentrum Il Nibbio im Pollino-Nationalpark. Blumen- und Duftliebhabern empfehlen wir im Frühling einen Besuch im Lavendelpark von Campotenese, um zu entdecken, warum die gesamte Ortschaft als „Provenza di Calabria“ (kalabrische Provence) bezeichnet wird.
Verkostung des Moscato-Weins
Auf halber Strecke unserer Reise durch die Dörfer des Pollino legen wir einen Verkostungsstopp in Saracena ein, der Heimat des köstlichen Moscato di Saracena, der als Slow-Food-Presidio ausgezeichnet wurde. Dieser Likörwein wird aus der autochthonen Moscato-Traube mit Zusatz von Malvasia und Guarnaccia gewonnen und passt ideal zu Desserts. Unter den Dörfern des Pollino ist Saracena ein perfektes Beispiel für arabisch-türkische Stadtplanung in Kalabrien. Wie der Name schon sagt, wurde das Dorf um 900 von sarazenischen Piraten belagert und von der Armee von Konstantinopel befreit, die der Legende nach von einer in ein Laken gehüllten Frau angeführt wurde. Diese Episode ist in der Kapelle des Heiligen Antonius von Padua und in der Sakristei der Kirche Santa Maria del Gamio dargestellt. Ein Besuch der Pinacoteca Comunale Andrea Alfano im Palazzo Mastromarchi mit 250 Werken aus dem 20. Jahrhundert aus Italien und dem Rest der Welt sowie des Museo di Arte Sacra mit einer Sammlung von Gemälden, liturgischen Einrichtungsgegenständen, Gewändern, Reliquien und Archivdokumenten ist ein Muss. Naturliebhaber können die prähistorisch bewohnte Höhle San Michele Arcangelo erkunden und am Lago di Tavolara Halt machen.
Ein „langsames“ Dorf, eines der schönsten Italiens
Lust auf einen „langsamen“ Ausflug in eines der Dörfer im Pollino, das auch zu den schönsten Dörfern Italiens zählt? Dann besuchen Sie Altomonte, eine „Stadt des Brotes“ und „Slow-Stadt“! Das malerische Dorf mit mittelalterlichem Flair wird von der normannischen Burg aus dem 12. Jahrhundert sowie den Gebäuden rund um den Hauptplatz geprägt. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Kirche Santa Maria della Consolazione, die als eines der besten Beispiele gotisch-angioinischer Kunst in Kalabrien gilt, sowie das Dominikanerkloster, in dem sich heute die Bibliothek und das Stadtmuseum befinden. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Museum Pinacoteca Azzinari im Inneren des Turms Torre Pallotta sowie das Theater Teatro Belluscio. Die ideale Zeit für einen Besuch in Altomonte ist die letzte Maiwoche, wenn das „Gran Festa del Pane“ (großes Brotfest) stattfindet. Unter den Dörfern des Pollino bietet Altomonte mit dem Parco del Farneto eine Naturoase mit einem kleinen See und einem ausgestatteten Picknickbereich im Zentrum.
Das Schloss mit Blick auf das Meer
Der Nationalpark Pollino besteht nicht nur aus Bergen! Unter den zum Meer hin ausgerichteten Dörfern des Pollino ist Sangineto, das zum Regionalen Meerespark Riviera dei Cedri gehört, ein Juwel, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Die Altstadt mit ihrem typisch mittelalterlichen Grundriss ist ein charakteristisches Beispiel für die Nähe von Meer und Bergen in Kalabrien: Sie bildet das Bindeglied zwischen Sangineto Lido und den ersten Ausläufern des Pollino-Gebirges. Die Treppen der Altstadt, die eine wunderschöne Aussicht bieten, führen zum monumentalen Castello del Principe. Die Burg wurde im 14. Jahrhundert erbaut und ist heute Teil des Rundgangs „Dimore Storiche“ (historische Residenzen) in Kalabrien. Das Gebäude ist viereckig und verfügt über vier zylindrische Türme an den Ecken sowie eine Loggia aus dem 16. Jahrhundert. Weitere sehenswerte Gebäude in Sangineto sind die Mutterkirche S. Maria della Neve und die Überreste des Klosters San Francesco di Paola aus dem Jahr 1558. Liebhaber von Bergwanderungen können den von großem speläologischem Interesse bestehenden Lago Penna und den spektakulären Wasserfall Cascata del Vuglio (auch Gùgliu genannt) erreichen, der über den „Sentiero dei Sogni“ (Weg der Träume) zugänglich ist.
Die Terrasse am Tyrrhenischen Meer
Wir bleiben an der tyrrhenischen Küste und entdecken die Schönheiten von Belvedere Marittimo, einem weiteren Dorf des Pollino zwischen Meer und Bergen. Auch Belvedere blickt auf den Regionalen Meerespark Riviera dei Cedri und ist bekannt für seine Panorama-Burg, eine normannische Festung mit zwei Wachtürmen: Torre di Paolo Emilio und Torre di Santa Litterata. Belvedere ist unter den Dörfern des Pollino als „Stadt der Liebe“ bekannt, da das Kapuzinerkloster seit über 300 Jahren das Blut und die Gebeine des Heiligen Valentin, dem Schutzpatron der Verliebten, beherbergt. Wer seinen Sommerurlaub in Belvedere Marittimo verbringt, kann neben den Stränden, die alle Arten von Dienstleistungen für Familien, Freunde und Paare bieten, auch die Nordküste erkunden und dabei Meeresterrassen, gelben Sand und lehmige Schluchten entdecken.
Die Wege der Kunst und des Geschmacks
Buonvicino, das zu den schönsten Dörfern Italiens zählt, ist, wie der Name schon sagt, ein Ort der „guten Nachbarschaft“ – und des guten Essens! Es liegt am Fuße des Monte Orsomarso und besteht es aus 19 Ortsteilen, die sich im Tal verteilen. Buonvicino war das erste Dorf des Pollino, das das touristische Konzept des sogenannten „albergo diffuso“ (verstreutes Hotel) unter dem Namen „Borgo dei Greci“ (vom Ort Sasso dei Greci) umsetzte. Der Ort ist ein Labyrinth aus Gassen und Adelspalästen. Zu den bedeutendsten zählen der Palazzo De Paola und der Palazzo Ducale aus dem 17. Jahrhundert. Unter den religiösen Gebäuden sticht die Mutterkirche hervor, die dem Heiligen Ciriaco Abate geweiht ist, der einst das Kloster Santa Maria dei Padri leitete. Die Kirche ist mit der wunderschönen Grotta di San Ciriaco (mit angeschlossener Kapelle im Valle del Corvino) verbunden, einem idealen Ausgangspunkt für Ausflüge und Wanderungen. Ein Besuch im MAGB – Museo Arti e Gusto Buonvicino (Museum für Kunst und Geschmack Buonvicino) mit fünf Abteilungen, die die wichtigsten Aspekte der Gemeinde und des Territoriums vermitteln, ist ebenfalls empfehlenswert. Zu den Ausstellungsräumen gehört ein „Sala del Gusto“ (Saal des Geschmacks), der Ippolito Cavalcanti gewidmet ist. Er war ein berühmter Gastronom am Hofe der Bourbonen zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert und Autor einer theoretisch-praktischen Abhandlung über die Küche mit über 1000 Rezepten.
Zwischen antiken byzantinischen Höhlen
Ein weiteres Dorf des Pollino ist Orsomarso, das vom Wasser des Naturschutzgebiets Fiume Argentino durchflossen wird und den Namen der gleichnamigen Bergkette trägt. Geschützt zwischen hohen Karstfelsen gelegen, ist Orsomarso einer der wildesten und faszinierendsten Orte Kalabriens. Die Stadt ist reich an natürlichen Höhlen, in denen einst byzantinische und basilianische Mönche lebten. Sie zeugen von der Zeit, als das Dorf das Herzstück des Mercurion bildete, das zu den wichtigsten Zentren des östlichen Mönchtums in Süditalien zählte. Zu den repräsentativsten Orten gehören die Felsenkirche Santa Maria di Mércuri, die Grotte des Erzengels San Michele, die Grotte der Madonna di Lourdes in Panoramalage gegenüber der Altstadt und die auf den Überresten einer mittelalterlichen Kapelle erbaute Kirche S. Giovanni Battista, die wichtige Gemälde aus dem 17. und 18. Jahrhundert beherbergt. Das Wahrzeichen der Altstadt, die um die alte Burg herum entstanden ist, ist der Uhrturm.
Der Reiz der Vorgeschichte
Unter den Dörfern des Pollino ist Papasidero der Bezugspunkt für Rafting- und Kanufans, die sich im Naturreservat Valle del Lao den Stromschnellen des Flusses stellen können. Papasidero ist reich an prähistorischen Zeugnissen und bietet Archäologie-Liebhabern mit der berühmten Grotta del Romito ein Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Die 1961 zufällig entdeckte Höhle warf ein Licht auf die Existenz des sogenannten „Uomo del Romito“ (Mann von Romito), der sie bewohnte und eines der bedeutendsten paläolithischen Graffiti Europas schuf: einen Bos Primigenius (alten Ochsen und Glückssymbol für die Jagd). Ein weiterer faszinierender Ort ist die in einen Felsgrat eingebettete Wallfahrtskirche Madonna di Costantinopoli, die aufgrund eines wundersamen Freskos aus dem 17. Jahrhundert Ziel von Pilgerreisen ist. Liebhaber von Legenden und verlassenen Orten sollten sich das kleine „Geisterdorf“ Avena nicht entgehen lassen. Der Ortsteil von Papasidero gehört zu den alten, noch immer geheimnisumwitterten Dörfern des Pollino.
Ein langobardisches Dorf
Laino Borgo ist eines der faszinierendsten Dörfer im nördlichen Pollino, an der Grenze zur Basilikata. Die Schönheit seines historischen Zentrums, das langobardischen Ursprungs ist, zeigt sich in zahlreichen Kirchen und Kapellen wie der Chiesa Madre del Santo Spirito, dem bedeutendsten Gotteshaus, und dem Santuario della Madonna dello Spasimo, das auch als „Santuario delle Cappelle“ bekannt ist und zu den verehrtesten Marienheiligtümern Kalabriens zählt. Wie der Name schon sagt, sind die kleinen, verstreut liegenden Kapellen das Besondere an diesem Ort. Sie sind Nachbildungen der „heiligen Stätten“ Jerusalems und mit Fresken sowie evangelischen Zitaten verziert. In Laino Borgo sollte man sich die sogenannte „Giudaica“ nicht entgehen lassen, die am Karfreitag stattfindet und zu den kalabrischen Osterbräuchen gehört: ein langer Umzug mit 200 Darstellern, der 19 Momente der Passion Christi nachstellt.
Dorf des Textilhandwerks und der alten Handwerkskünste
Unsere Reise durch die Dörfer des Polino endet in Aieta, einem der schönsten Dörfern Italiens. Das historische Zentrum von Aieta ist für sein lokales Handwerk bekannt und zeichnet sich durch helle Fassaden, rote Dächer und prächtige Steinportale aus, die zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert von lokalen Steinmetzen geschaffen wurden. Das Dorf gruppiert sich um den imposanten Palazzo Martirano-Spinelli, ein seltenes Beispiel für ein Renaissancegebäude in Kalabrien, das zum „Nationaldenkmal“ erklärt wurde. In der Mitte seiner Fassade befindet sich eine Loggia mit Säulen und Bögen und im Inneren können der Empfangsraum, die Wohn-, Musik- und Spielzimmer, die Küchen, der Waffensaal und die Wachstube besichtigt werden. Zu den religiösen Gebäuden zählen die Mutterkirche Santa Maria della Visitazione (16. Jahrhundert) mit ihren wertvollen Kunstwerken europäischer Schule und einer bemerkenswerten Bossi-Prezioso-Orgel (1673) sowie die Kirche San Francesco. Unter den Dörfern des Pollino ist Aieta für seine lange Textiltradition bekannt, die heute im Casa degli Antichi Mestieri (Haus der alten Handwerksberufe) erlebt und bewundert werden kann. Dort kann man Weberinnen bei der Arbeit zusehen und wertvolle Unikate aus der Aussteuer sowie traditionelle Kleidung erwerben.