Pesaro und die Panoramastraße des San Bartolo – Zwischen der Geschichte der Motoren und der Küste der Marken
Die Route beginnt in Pesaro, einer eleganten und lebhaften Stadt an der Adria. Die Stadt ist bekannt für ihre Musiktradition und den Blick auf das Meer. Sie beherbergt aber auch ein wichtiges Kapitel der Geschichte des italienischen Motorsports: das Museo Officine Benelli. Hier, zwischen historischen Werkstätten und makellos restaurierten Sammlungen, beginnt die Reise zum Thema des Tages: Motoren und Küstenlandschaften. Ein Besuch des Benelli-Museums ist ein Eintauchen in das pulsierende Herz der Mechanik und der Innovationskraft der Marke. Die Ausstellung zeigt anhand ikonischer Modelle, seltener Prototypen und Zeugnissen der Familie Benelli, die zum weltweiten Ruhm italienischer Zweiräder beigetragen hat, mehr als ein Jahrhundert Motorradentwicklung. Der Museumsrundgang vermittelt nicht nur ein Verständnis für die technische Entwicklung der Motoren, sondern auch für die damit verbundene Kultur und den Lebensstil. Er bietet somit den idealen Rahmen, um sich auf das bevorstehende Fahrerlebnis vorzubereiten. Nach dem Besuch nimmt die Route Gestalt an, wenn wir Pesaro verlassen und einen Zwischenstopp in Tavullia einlegen, einer kleinen Gemeinde, die weltweit als Heimat des Motorradfahrers Valentino Rossi bekannt ist. Weiter geht es in Richtung der Panoramastraße des San Bartolo, einer der eindrucksvollsten Routen der Adriaküste. Schon auf den ersten Kilometern schlängelt sich die Straße sanft den Hügel hinauf und bietet eine Abfolge von fließenden Kurven, die zu einer harmonischen und entspannten Fahrweise einladen. Hier steht die Natur in ständigem Dialog mit dem Meer: Links erhebt sich der Hügel des Naturparks Monte San Bartolo mit seiner üppigen Vegetation, während rechts die Adria erscheint und wieder verschwindet, während man die Serpentinen entlangfährt. Die Panoramastrecke ist gerade wegen ihrer fließenden Kurven berühmt. Sie ist perfekt für alle, die eine ausgewogene und kontinuierliche Fahrweise ohne allzu technische oder anspruchsvolle Abschnitte bevorzugen. Jede Kurve eröffnet eine neue Perspektive: von versteckten Buchten bis zu Felsspitzen, von tiefblauen Buchten bis zu grasbewachsenen Hängen, die zum Meer hin abfallen. Die Straße ist somit nicht nur eine Verbindung, sondern ein visuelles und sensorisches Erlebnis, eine Strecke, die von der Beziehung zwischen Mensch, Landschaft und Reise erzählt. Entlang der Route trifft man auf einige der eindrucksvollsten Küstendörfer des Parks – kleine Orte, die zwischen Land und Meer zu schweben scheinen. Besonders sehenswert sind Fiorenzuola di Focara, das für seine bunten Häuser und stillen Gassen mit Blick auf die Adria bekannt ist, und Casteldimezzo, eine hochgelegene Ortschaft, die natürliche Terrassen bietet, von denen aus man das gesamte Vorgebirge überblicken kann. Weiter in Richtung Süden geht es allmählich hinunter zu neuen Ausblicken. Dabei wechseln sich langsamere mit offeneren Abschnitten ab. Die Vegetation verändert sich, das Meer rückt näher und die Straße scheint einen sanfteren Rhythmus anzunehmen – als würde sie sich auf die Rückkehr vorbereiten. Der letzte Teil der Route führt zurück nach Pesaro und schließt einen Kreis, der Geschichte, Kultur und Landschaft verbindet.
Gola del Furlo und Monte Nerone: Der Apennin-Ring verbindet Geschichte, Natur und technische Meisterleistungen
Nach der Übernachtung in Pesaro geht die Reise weiter nach Urbino, einer Stadt der Renaissance, die von Hügeln und Geschichte umgeben ist. Der Tag beginnt mit einer Fahrt in Richtung Südwesten zum Apennin. Hier beginnt eine einzigartige Motorradroute, eine Etappe, die ganz dem technischen Fahren, der wilden Natur und den berühmtesten Straßen des Hinterlands der Marken gewidmet ist. Nachdem wir Urbino verlassen haben, fahren wir hinunter zur SP3 Flaminia, einer der ältesten und faszinierendsten historischen Straßen Italiens. Sie zu befahren bedeutet, einen über Jahrhunderte geformten natürlichen Korridor zu durchqueren – denselben Weg, der seit der Römerzeit die Küste mit dem Apennin verbindet. Die Straße beginnt mit gleichmäßigen, sanften Kurven, die es ermöglichen, Geschwindigkeit aufzunehmen. Begleitet wird man dabei von einer sanften Landschaft mit Feldern, kleinen Dörfern und Hügeln, die den Übergang in die Berge ankündigen. Das erste große Ziel ist die Furlo-Schlucht, ein Naturwunder, das die Flaminia in einem spektakulären Durchgang umschließt. Zu beiden Seiten der Straße erheben sich die Felswände, während der See und das Wasser des Candigliano ein Lichtspiel erzeugen, das das Gefühl verstärkt, einen besonderen Ort zu durchqueren. An dieser Stelle wird die Via Flaminia zu lebendiger Geschichte: Man bewundert den berühmten römischen Tunnel, der vor über zweitausend Jahren in den Fels gehauen wurde und von der strategischen Bedeutung dieses Passes zeugt. Die Fahrt ist angenehm und eindringlich – perfekt, um in den Tag zu starten. Nach dem Furlo-Tunnel führt die Route weiter in Richtung Cagli, einer historischen Stadt, die von Tälern und Bergen umgeben ist. Die Straße wird hier wieder flüssiger und eignet sich ideal, um sich vor dem anspruchsvollsten Abschnitt zu entspannen. Von Cagli aus fährt man in Richtung Apecchio und gelangt in eine Gegend, in der die Natur wilder wird und sich die Umgebung allmählich verändert: Es gibt dichtere Wälder, markantere Bergrücken und engere Täler. Die Strecke steigt an und die Atmosphäre wird typisch für den Apennin. In Apecchio angekommen, beginnt der Abschnitt, auf den sich Liebhaber des technischen Fahrens am meisten freuen: die Auffahrt zum Monte Nerone. Diese Straße ist eine der bekanntesten Motorradstrecken in den Marken und in Mittelitalien. Hier wechseln sich scharfe Kehren, enge Kurven und Gefällewechsel ab. Das erfordert Konzentration, ein flüssiges Fahrverhalten und die Fähigkeit, die Straße zu „lesen“. Je höher man kommt, desto weiter öffnet sich die Landschaft. Nacheinander tauchen die Bergrücken des Apennins auf und bilden einen durchgehenden Horizont aus Bergkämmen. Der Gipfel des Monte Nerone ist der beeindruckendste Aussichtspunkt des Tages. Von hier aus reicht der Blick über Wälder, Täler und Bergrücken. An klaren Tagen kann man sogar die Adria sehen. Die Abfahrt vom Gipfel nach Piobbico ist ebenso technisch anspruchsvoll wie der Aufstieg: Enge Kurven, schattige Abschnitte und ein wechselnder Rhythmus erfordern Aufmerksamkeit. Die Straße führt schnell bergab und ist gespickt mit abwechselnd Haarnadel- und Bogenkurven, die immer in die wilde Natur des Massivs eingebettet sind. Die Strecke ist unterhaltsam und abwechslungsreich, wird nie eintönig und führt nach und nach zum Talgrund. In Piobbico angekommen, wird die Fahrt wieder flüssiger. Das Dorf führt in eine sanftere Landschaft mit grünen Hügeln und kleinen Ortschaften, die den Abschluss der Rundfahrt bilden. Von hier aus geht es auf bequemen und gut asphaltierten Straßen weiter zurück in Richtung Urbino. Damit geht ein Tag zu Ende, der die Apenninen-Route abschließt.
Von den Hügeln des Metauro zum Meer: Rundweg Urbino–Pesaro
Nach der Übernachtung in Urbino fahren Sie auf der angenehm flüssig zu befahrenden SP9 ins Herz der Hügel der Marken. Sanfte Kurven, bebaute Felder und abgelegene Bauernhäuser schaffen einen entspannten Rhythmus – perfekt für eine Route, die dem Thema historische Dörfer und Panoramastraßen gewidmet ist. Die erste Etappe ist Urbania, das am Fluss Metauro liegt und sein authentisches mittelalterliches Stadtbild bewahrt hat. Weiter geht es nach Fermignano, das eng mit dem Fluss Metauro und seiner berühmten römischen Dreifachbogenbrücke verbunden ist. Der spektakuläre Eingang zum Dorf unterstreicht seinen handwerklichen und industriellen Charakter. Der Turm und die Mühle sind dabei ikonische Symbole der Region. Die Straßen, die Urbania und Fermignano verbinden, sind gut ausgebaute und angenehm zu befahrende Routen, deren sanfte Kurven sich an die Form der Hügel anpassen. Von Fermignano aus geht es weiter in Richtung Norden. Dabei lässt man allmählich das dicht besiedelte Hinterland hinter sich und gelangt wieder in die offene Landschaft der Marken. In diesem Abschnitt verläuft die Straße in regelmäßigeren Abschnitten und bietet ein kontinuierliches und entspanntes Fahrvergnügen. Hier trifft man auf einen Teil der als „Giro del Catria“ bekannten Strecke, die für ihre Harmonie, ihre weiten Kurven und ihre gute Lesbarkeit geschätzt wird. Obwohl sie nicht so technisch ist wie die Apenninenstrecke, bietet der „Giro del Catria“ eine flüssige Fahrt und ist perfekt, um den Tag mit einem Gleichgewicht zwischen Panorama und Motorradfahren zu genießen. Weiter in Richtung Küste steigt die Strecke leicht an, bis sie Novilara erreicht, ein altes Dorf mit Panoramalage. Dies ist einer der eindrucksvollsten Stopps der Etappe: Von hier aus öffnet sich der Blick auf das Tal, die wie ein Mosaik ausbreitenden Hügel und die Adria in der Ferne. Die Ankunft in Pesaro markiert das Ende der Tagesrunde – eine einzigartige Strecke, die ganz den Hügeln, historischen Dörfern und flüssigen Straßen gewidmet ist, die das Herz der Marken auszeichnen.