Der Pilgerausweis und das Testimonium
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Inhaltsverzeichnis
Der Franziskusweg ist eine Reise der Seele, die sich durch Landschaften von tiefgreifender Schönheit in den Abruzzen, der Emilia-Romagna, dem Latium, den Marken, der Toskana und Umbrien schlängelt und die Natur mit dem spirituellen Erbe des Heiligen von Assisi verbindet. Seit dem Mittelalter wurde die alte Kultur der Pilgerreise zu Fuß stets von greifbaren Zeichen der Reise begleitet. Auch heute noch tragen Menschen, die diese Wege gehen, Dokumente bei sich, die direkt aus dieser Tradition stammen. Es sind einfache, aber tief bedeutungsvolle Hilfsmittel, die ihre Schritte markieren und die Erinnerung an ihr Erlebnis bewahren.
Das erste wichtige Dokument ist der Pilgerausweis. Pilger führen ihn stets bei sich, um in den Herbergen Stempel zu sammeln. Diese bezeugen Etappe für Etappe die zurückgelegte Strecke. Bei der Ankunft in Assisi wird diese mit dem Testimonium gewürdigt. Dabei handelt es sich um eine Urkunde, die im Mittelalter entstanden ist, um zu belegen, dass Pilger ihre Reise erfolgreich abgeschlossen hatten. Heute wird dieses Dokument an diejenigen ausgestellt, die die letzten hundert Kilometer zu Fuß oder die letzten zweihundert Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt haben.
Der Weg ist jedoch in erster Linie eine innere Haltung. Aus diesem Grund gibt es die Chartula Peregrini. Dieses Dokument wird allen verliehen, die Assisi im richtigen Geist erreichen – unabhängig davon, wie weit sie tatsächlich gereist sind. Die franziskanische Gastfreundschaft schließt außerdem die Natur in ihrer ganzen Vielfalt mit ein. Wer mit dem eigenen Haustier unterwegs ist, kann eine Urkunde für vierbeinige Pilger erhalten. Daneben gibt es die Emidiana, eine besondere Auszeichnung für Pilger, die ihren Weg in Ascoli Piceno beenden.
Bei ihrer Ankunft in Assisi haben die Pilger schließlich die Möglichkeit, an der Pilgermesse in der Basilika des heiligen Franziskus teilzunehmen. Die Messe bietet allen – Gläubigen wie Nichtgläubigen – die Gelegenheit zur Besinnung und Kontemplation. Die Teilnahme ist freiwillig. Es ist eine wertvolle Gelegenheit, bei der jeder Pilger, der sein Ziel erreicht hat, namentlich begrüßt wird. So können die Emotionen der gerade abgeschlossenen Reise geteilt und das Ende dieser intensiven und zutiefst menschlichen Erfahrung gefeiert werden.
Der Pilgerausweis – das Dokument, das Sie auf Ihrem Weg begleitet
Der Pilgerausweis ist das wichtigste Reisedokument für Pilger und unterscheidet sie von allen anderen Reisenden. Auf seinen Seiten werden Etappe für Etappe die Stempel und Daten der entlang der Route besuchten Herbergen vermerkt. Er ist ein greifbares Zeichen für die eigene Reise und die innere Hingabe all jener, die diesen Weg zu Fuß, mit dem Fahrrad, zu Pferd oder auf andere Weise zurücklegen und dabei seine Bedeutung und seinen Geist voll und ganz verinnerlichen.
Da der Pilgerausweis von einer religiösen Autorität ausgestellt wird, die seinen Wert bestätigt, erfordert er einen bewussten und respektvollen Umgang.
So erhalten Sie den Pilgerausweis
Um sicherzustellen, dass Sie Ihren Pilgerausweis zu Beginn Ihrer Reise bei sich haben, müssen Sie ihn rechtzeitig beantragen, damit er Ihnen per Post zugestellt werden kann. Wir empfehlen Ihnen, den Antrag für Zustellungen innerhalb Italiens mindestens fünf Wochen vor Reiseantritt und für Zustellungen ins Ausland zwei Monate im Voraus einzureichen. Wenn Sie das genaue Datum Ihrer Pilgerreise noch nicht kennen, können Sie auf dem Antragsformular ein ungefähres Datum angeben.
Der Versand wird vom Büro für Pilgerausweise bei der PiccolAccoglienza der Diözese Gubbio abgewickelt. Der Versand ist kostenlos, jedoch wird eine freiwillige Spende an das Büro empfohlen, um die Portokosten zu decken und diesen wertvollen Dienst zu unterstützen.
Besuchen Sie diese Seite, um Ihren Pilgerausweis zu beantragen: https://www.piccolaccoglienzagubbio.it/credenziale/
Der Pilgerausweis des Franziskuswegs in den Marken und die anderen Pilgerausweise
Wer sich dafür entscheidet, den Franziskusweg in den Marken zu beschreiten – die eindrucksvolle Route, die Assisi mit Ascoli Piceno verbindet (und umgekehrt) –, erhält einen speziellen Pilgerausweis für diese Strecke. Er ist ein unverzichtbares Hilfsmittel, das die Spuren der Wanderer festhält und die Erinnerung an jede Etappe bewahrt.
Den Pilgerausweis können Sie auf der folgenden Seite beantragen. Dort erhalten Sie auch alle notwendigen logistischen Informationen: https://www.camminofrancescanodellamarca.it/index.php/credenziale/
Weitere vom heiligen Franziskus inspirierte Pilgerwege
Neben den Hauptrouten wird die Region von weiteren Pilgerwegen durchzogen, die vom heiligen Franziskus inspiriert sind. Für jeden dieser Wege gibt es einen eigenen Pilgerausweis. Bitte beachten Sie, dass Sie mit diesen ordnungsgemäß ausgefüllten und abgestempelten Dokumenten ebenfalls das Recht haben, bei Ihrer Ankunft in Assisi das Testimonium zu erhalten.
Da diese Routen jedoch unabhängig voneinander verwaltet werden, müssen Sie sich zur Erlangung des Pilgerausweises direkt an die entsprechenden Organisationen, Vereine oder Verantwortlichen der von Ihnen gewählten Route wenden und dort einen Antrag stellen.
Das Testimonium: die Pilgerurkunde und der Empfang in Assisi
Das Testimonium Peregrinationis Peractae ad Sanctorum Francisci et Clarae Civitatem bescheinigt eine vollendete Pilgerreise zum Grab des heiligen Franziskus und gilt für alle franziskanischen Pilgerwege, die nach Assisi führen. Seine Ursprünge gehen auf eine mittelalterliche Tradition zurück, als Menschen beschwerliche Reisen als Buße oder aufgrund eines Gerichtsurteils unternahmen. In solchen Fällen war es unerlässlich, den Nachweis zu erbringen, dass das Ziel erreicht worden war. Heute begeben sich Pilger aus den unterschiedlichsten persönlichen Gründen auf den Weg. Das Testimonium wird so zu einem unschätzbaren Andenken und zu einem lebendigen Zeugnis der Gefühle und Erkenntnisse, die sie unterwegs gewonnen haben.
Voraussetzungen für die Ausstellung
Die Urkunde wird an Personen verliehen, die die letzten 100 km zu Fuß oder die letzten 200 km mit dem Fahrrad zurückgelegt haben. Als Nachweis gelten ausschließlich die Stempel und Datumsangaben im eigenen Pilgerausweis. Das Dokument wird mit Zustimmung der örtlichen kirchlichen Behörden ausgestellt.
Wie und wo Sie das Testimonium erhalten
Das Testimonium kann ausschließlich persönlich in Assisi, dem Endziel der Pilgerreise, abgeholt werden. Pilger können ihren Pilgerausweis im Pilgerbüro (Statio Peregrinorum) im Sacro Convento vorlegen, wo sie von Ordensbrüdern und ehrenamtlichen Helfern empfangen werden. Diese registrieren ihre Ankunft, händigen ihnen die Bescheinigung aus und geben ihnen nützliche Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten in der Stadt.
Adresse: Piazza Inferiore di San Francesco, 2 – Assisi (PG)
Kontakt: Tel.: +39 075.81.90.01 | E-Mail: statioperegrinorum@sanfrancescoassisi.org
Öffnungszeiten: Vormittag von 10:00 bis 12:30 Uhr | Nachmittag von 15:00 bis 17:30 Uhr * Die Öffnungszeiten können sich ändern. Informieren Sie sich vor Ihrer Ankunft.
Die Pilgermesse
Bei der Ankunft im heiligen Kloster besteht zudem die Möglichkeit, an der Pilgermesse teilzunehmen – eine Zeit tiefer Besinnung, die jedem offensteht. Während dieses Gottesdienstes werden die Pilger, die ihr Ziel erreicht haben, in einer Atmosphäre menschlicher Verbundenheit begrüßt – mit Nennung von Name, Nationalität und Herkunftsort. Von April bis Oktober findet die Pilgermesse wochentags um 18:00 Uhr in der Unterkirche und sonntags um 17:00 Uhr am Hochaltar statt. Wir empfehlen Ihnen, sich bei Ihrer Ankunft im Büro nach dem aktuellen Zeitplan zu erkundigen.
Die Emidiana: eine Urkunde für Pilger, die ihren Weg in Ascoli Piceno beenden
Während das Testimonium die Ankunft am Grab des heiligen Franziskus in Assisi bescheinigt, können Pilger auch beschließen, ihre Reise bis nach Ascoli Piceno fortzusetzen. Wer seinen Pilgerweg in dieser wunderschönen Umgebung in den Marken beendet, erhält eine besondere Urkunde, die Emidiana genannt wird.
Diese Urkunde bestätigt den Abschluss der Route und bietet den Pilgern ein greifbares Andenken an ihr Erlebnis und das erreichte Ziel. Die Emidiana wird in der Kathedrale Sant’Emidio ausgestellt. Der Ort ist einladend für all jene, die nach einem Spaziergang durch die historischen Gassen im Herzen der Stadt ankommen.
Nützliche Informationen
Die Akkreditierungsstelle befindet sich auf der Piazza Arringo. Die Büros sind täglich zu folgenden Zeiten geöffnet: von 9:30 bis 12:30 Uhr und von 15:00 bis 18:00 Uhr. Hier können Sie Ihre Urkunde abholen und Ihre Freude darüber teilen, einen intensiven und persönlichen Weg erfolgreich abgeschlossen zu haben.
Die Chartula Peregrini: ein universelles Symbol für den Geist der Pilger
Der Franziskusweg lässt sich nicht allein in Kilometern messen, sondern vor allem an der Tiefe der inneren Reise. Aus diesem Grund erhalten alle Pilger, die Assisi erreichen, die Chartula Peregrini. Diese besondere Anerkennung hat einen tiefen symbolischen Wert und wird unabhängig vom Ausgangspunkt und der tatsächlich zurückgelegten Strecke verliehen.
Diese Urkunde enthält den berühmten und bewegenden Segen, den der heilige Franziskus an Bruder Leo richtete. Sie wird allen Pilgern verliehen, die Assisi erreichen, ganz gleich, wo sie gestartet sind und welche Strecke sie zurückgelegt haben.
Die Übergabe der Chartula verkörpert den Kern der franziskanischen Inklusivität und Gastfreundschaft. Sie verankert ein grundlegendes Prinzip: Nicht körperliche Ausdauer oder die Länge der Reise machen den Pilger aus, sondern die Authentizität, Offenheit und der Geist, mit denen er sein Ziel erreicht. Die Urkunde ist ein schlichter, aber wertvoller Erinnerungsgegenstand, der eine intensive Erfahrung würdigt – eine Erfahrung, die in der Lage ist, Spuren in der Seele zu hinterlassen.
Die Pilgerurkunde für Vierbeiner – ein Andenken für treue Reisebegleiter
Die tiefe und besondere Verbundenheit des heiligen Franziskus zur Schöpfung inspiriert viele Menschen dazu, die Pilgerreise in Begleitung ihres Hundes oder eines anderen Haustieres zu unternehmen.
Um diese treuen Begleiter zu würdigen, wurde die „Pilgerurkunde für Vierbeiner” ins Leben gerufen. Es handelt sich um eine ansprechende Postkarte, die die berühmte Begegnung zwischen dem heiligen Franziskus und dem gezähmten Wolf zeigt und auf der der Name des Tieres vermerkt wird. Sie ist ein Zeichen der Anerkennung für die emotionale Bindung zwischen dem Pilger und seinem vierbeinigen Freund. Eine symbolische Geste, um die Treue, Gesellschaft und den Trost zu würdigen, die das Tier auf den beschwerlichen Wegen zum Ziel bietet.
Wenn Sie sich entschieden haben, den Weg mit einem Tier zu beschreiten, ist der wichtigste Ratschlag, Ihre Pilgerreise rechtzeitig im Voraus zu planen. Die Etappen so zu planen, dass sie dem Rhythmus, den Bedürfnissen und dem Wohlbefinden der Tiere Rechnung tragen, ist tatsächlich der beste Weg, um ein unbeschwertes und sicheres Erlebnis zu genießen und dabei den Geist der Fürsorge und des Respekts gegenüber allen Lebewesen in vollem Maße zu würdigen.