Ruinen der Kirche San Lorenzo in Contigliano: Die romanische Pfarrkirche an den Wurzeln der Sabina
Etwas außerhalb von Contigliano in der Provinz Rieti befinden sich die Ruinen der Kirche San Lorenzo auf einem Hügel mitten in der Landschaft. Sie ist die älteste Stätte auf der Gemarkung des Dorfes: Die im 12. Jahrhundert durch Zisterzienser-Handwerker auf den Überresten einer römischen Villa errichtete romanische Pfarrkirche wurde erstmals im Jahr 1153 in einer Bulle von Papst Anastasius IV. erwähnt.
Eine Kirche, die von jahrhundertealter Geschichte erzählt
Der einschiffige Bau mit Giebelfassade und Glockengiebel ist typisch für die romanischen Pfarrkirchen der Sabiner. Einer örtlichen Legende zufolge ist San Lorenzo das einzige Überbleibsel der mittelalterlichen Siedlung Cotilia, die zerstört und weiter oben wiederaufgebaut wurde, wo sich das heutige Contigliano befindet. Als der Ort Ende des 13. Jahrhunderts befestigt wurde, verlegte man die Pfarrkirche innerhalb der Stadtmauern. So entstand die Kirche San Michele Arcangelo, während die Kirche San Lorenzo ihren langsamen Niedergang begann.
Der Jahrmarkt von San Lorenzo
Doch der Ort geriet nicht in Vergessenheit. Seit 1660 findet hier jedes Jahr am 10. August, in der Nacht der Sternschnuppen, einer der ältesten Jahrmärkte der Provinz Rieti statt. Er war einst dem Viehhandel gewidmet und wurde von der gesamten Sabina besucht. Heute geht der Jahrmarkt mit seinen Ständen voller regionaler Erzeugnisse und der zwischen jahrhundertealten Mauern gefeierten Messe weiter, die im Jahr 2014 restauriert wurden. Dabei hat man auch das Taufbecken und den Steinaltar wiederhergestellt.