Die Porta di Santa Maria in Civita di Bagnoregio: der einzige Zugangsweg zur „sterbenden Stadt“
Die Porta di Santa Maria ist der einzige noch erhaltene Zugang zu Civita di Bagnoregio, einem Dorf, das hoch über dem Valle dei Calanchi thront. Sie wurde ursprünglich von den Etruskern in den Tuffstein gehauen und im Mittelalter mit einem Spitzbogen umgestaltet. Ihre heutige Form erhielt sie im Jahr 1558. Ihr Name stammt von der heute nicht mehr erhaltenen Kirche Santa Maria, die einst über dem Torbogen thronte.
Die Löwen des Aufstands
An den Seiten des Bogens befinden sich zwei Reliefs aus Basalt, die Löwen darstellen, die menschliche Köpfe in ihren Klauen halten. Sie erinnern an den Aufstand von 1457, bei dem sich die Einwohner von Civita gegen die Familie Monaldeschi della Cervara aus Orvieto auflehnten, die damals die Stadt beherrschte. Die Einwohner von Civita gingen sogar so weit, die Burg der Familie zu zerstören. An den Mauern sind eingeritzte Kreuze zu sehen, die der Überlieferung zufolge von Pilgern stammen, die aus dem Heiligen Land zurückkehrten.
Hinter der Brücke
Um dorthin zu gelangen, folgt man der 300 Meter langen Fußgängerbrücke, die Civita mit Bagnoregio verbindet. Seit das Erdbeben von 1695 die anderen Tore zum Einsturz gebracht hat, ist sie der einzige Zugang. Hat man den Bogen passiert, betritt man ein Dorf mit etwa zehn ständigen Einwohnern und fast einer Million Besuchern pro Jahr.