Frauentag: Geschichte und Symbole in Italien
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Am8. März, dem Internationalen Tag der Frauenrechte, der von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde, werden die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Errungenschaften gefeiert, die während des jahrhundertelangen Kampfes für die Gleichberechtigung erzielt wurden. Es ist aber auch eine Gelegenheit, über die Gewalt nachzudenken, unter der Frauen noch heute leiden, und über die Diskriminierungen, die ihre Freiheit einschränken, und um sich ferner bewusst zu machen, was noch getan werden muss.
Um diesen Tag im Namen der Kultur und der Entdeckungen gebührend zu feiern, ist der Eintritt in Museen, archäologische Parks, Schlösser, Villen und allgemein in staatliche Kulturstätten für Frauen frei. Um nur einige zu nennen, die Sie nicht verpassen sollten: der Herzogspalast von Mantua, der Archäologische Park von Pompeji, die staatlichen Museen der Marken, das Ägyptische Museum von Turin, die Städtischen Museen von Rom, die Pinakothek von Brera, die Villa d'Este und die Villa Adriana in Tivoli.
Aber wie ist der Frauentag entstanden und warum wird er gerade am 8. März gefeiert? Erfahren Sie in diesem Artikel Wissenswertes zur Geschichte und Ereignissen und sonst alles, was man darüber wissen muss.
Geschichte und Ursprünge des Frauentags
Der Tradition nach wird der Frauentag in einigen Ländern seit 1908 gefeiert, zum Gedenken an die Arbeiterinnen, die am 8. März desselben Jahres bei einem Fabrikbrand in New York ums Leben kamen, von denen es aber keine historischen Zeugnisse mehr gibt. Am 28. Februar 1909 rief die Sozialistische Partei Amerikas zu einer Demonstration zur Unterstützung der Arbeiterinnen auf, die für bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne und das Wahlrecht protestierten, so wurde der „Frauentag“ eingeführt.
Der historisch belegte Fabrikbrand, der sich am 25. März 1911 ereignete, bei dem über hundert Fabrikarbeiterinnen und etwa zwanzig Männer ums Leben kamen, war der schwerste Industrieunfall in der Geschichte der USA und hatte zur Folge, dass die Proteste zunahmen.
Der Erste Weltkrieg unterbrach die Feierlichkeiten zum Frauentag in den am Konflikt beteiligten Ländern. Der 8. März ist daher heute mit der Protestdemonstration russischer Frauen in St. Petersburg im Jahr 1917 verbunden, als sie auf die Straße gingen, um ein Ende des Krieges zu fordern.
Der Frauentag in Italien
In Italien wurde der erste Frauentag 1922 gefeiert, doch 1945 nahm er eine besondere Bedeutung an, als ihn der Frauenverband in Italien in den bereits vom Faschismus befreiten Gebieten feierte.
Im Jahr 1977 wurde mit einer Resolution der Vereinten Nationen der Internationale Tag der Frauenrechte als wichtiges Datum eingeführt, um über den zurückgelegten Weg nachzudenken und einen Blick in die Zukunft zu werfen und mit einem globalen Ansatz in die Zukunft zu blicken.
Warum zum Frauentag Mimosen verschenkt werden
In Italien ist es üblich, einen Mimosenstrauß zu verschenken und Treffen sowie Freizeit- und Kulturinitiativen zu organisieren, um die erzielten Errungenschaften zu feiern und über die Herausforderungen für die Zukunft nachzudenken.
Viele fragen sich, warum gerade die Mimose das Symbol des Frauentags ist. Die Antwort liegt in drei Frauen begründet. Tatsächlich haben Teresa Noce, Rita Montagnana und Teresa Mattei 1946 diese Blume als Symbol vorgeschlagen, die Anfang März blüht und die, obwohl sie sehr empfindlich scheint, auch auf den schwierigsten Böden wächst. Ein Element, das daher perfekt erscheint, um den Kampf der weiblichen Emanzipation darzustellen.
Vielleicht weniger symbolisch, aber ebenso ikonisch, ist der typische Kuchen zum Frauentag in Italien. Es handelt sich um den Mimosenkuchen, eine gastronomische Hommage an die gelbe Blume, die aus Biskuit (in Würfel geschnitten, um an die gleichnamige Blume zu erinnern) und italienischer Konditorcreme hergestellt wird. Sie ist ein echter Klassiker der italienischen Konditorei, köstlich und sehr schön anzusehen, der in den Fünfzigerjahren in Rieti, Latium entstand ist.
Eine Reise zu bedeutenden Frauen in der italienischen Geschichte, gestern und heute
Zu den italienischen Frauen, die es verdienen, am 8. März geehrt zu werden, gehört sicherlich Francesca Saverio Cabrini, die 28 Mal den Atlantik überquerte und sogar die Anden bestiegen hat. Sie gilt als Schutzpatronin der Auswanderer und gründete den Orden der Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu. Ihr ist es zu verdanken, dass Schulen, Kindergärten, Internate, Waisenhäuser und Krankenhäuser zur Unterstützung italienischer Einwanderer in Amerika entstanden sind. Sie war die erste US-Bürgerin, die 1946 heiliggesprochen wurde.
Der Frauentag ist eine Gelegenheit, viele Landsleute zu feiern, die zum Fortschritt der Zivilisation beigetragen haben. Grazia Deledda war die erste Italienerin, die 1926 den Literaturnobelpreis erhielt. Rita Levi Montalcini, Nobelpreisträgerin für Medizin im Jahr 1986. Margherita Hack, weltberühmte Astrophysikerin und Wissenschaftsjournalistin. Lina Wertmüller, die 1977 als erste Frau für den Oscar in der Kategorie Beste Regie für den Film Sieben Schönheiten nominiert wurde und ihn 2020 als Anerkennung für ihre Karriere erhielt. Um nur einige zu nennen.
Nicht zu vergessen Nilde Iotti, die 1979 als erste Frau zur Präsidentin der Abgeordnetenkammer gewählt wurde und dieses Amt bis 1992 innehatte, und Tina Anselmi, die 1976 als erste Frau das Amt einer Ministerin in Italien bekleidete.
Viele Italienerinnen verdienen es, als „Entdeckerinnen“ geehrt zu werden, für den Mut zu reisen und neue Erfahrungen in anderen Staaten zu sammeln. Die Journalistin Cristina Trivulzio di Belgiojoso zum Beispiel, die als erste italienische Reisende mit ihren Reisetagebüchern Europa und den Nahen Osten dokumentierte. Carla Serena und Amalia Nizzoli, die im Iran bzw. Ägypten besondere Beobachterinnen der arabischen Frauen jenseits der Vorurteile waren. Giuseppina Croci, eine erfahrene Spinnerin, reiste 1890 nach Shanghai, um chinesische Frauen in der Verwendung von mechanischen Spinnmaschinen auszubilden. Elena d'Orléans, Ehefrau des Herzogs Emanuele Filiberto, bekannt als die „Beduinenprinzessin“, weil sie alleine ohne Ehemann und Familie nach Afrika reiste. Die Liste der ausgezeichneten „Reisenden“ ist sehr lang. Eva Mameli Calvino, berühmte Botanikerin, die in Kuba arbeitete. Mantea, die piemontesische Baronin Gina Sobrero, die bis nach Hawaii reiste. Adriana Dottorelli, die mit ihrem Mann in den Dreißigerjahren nach Amerika reiste und in den USA sehr bekannt war.
Unter ihren Zeitgenossen ist sicherlich Francesca Bonardi Tucci eine besondere Erwähnung wert, die 2014 verstorben ist und in den letzten Jahren Superintendentin für die archäologischen Stätten der Emilia-Romagna, der Lombardei und Sardiniens war, und in ihrer Jugend ihren Mann, einen bekannten Wissenschaftler, als Fotografin in den Orient begleitete. Ihre Fotos sind wertvolle Zeugnisse dafür, wie sich die Reisegewohnheiten im Laufe eines Jahrhunderts verändert haben.
Zu den Frauen, die „ihre Spuren hinterlassen“, gehört auch „unsere AstroSamantha“, Samantha Cristoforetti, die erste Italienerin im Weltraum und die erste Europäerin, die die Internationale Raumstation befehligt.
Die Liste der Frauen, die mit ihrem außergewöhnlichen Leben Geschichte geschrieben und dazu beigetragen haben, die Dominanz von Männern in einigen Bereichen zu beenden, ist endlos. Aber der 8. März ist nicht nur berühmten Namen gewidmet, die in Büchern oder Chroniken erscheinen. Der Internationale Tag der Frauenrechte würdigt vor allem die „anonymen Heldinnen“, deren Namen im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten sind, die aber durch ihren Mut und ihre Opferbereitschaft Errungenschaften der Zivilisationen ermöglicht haben, die den Frauen heute mehr Freiheit geben.