Kirche San Domenico in Rieti: Die nach dem Erdbeben wieder zum Leben erwachte Basilika
Die Kirche San Domenico liegt in der Altstadt von Rieti, an dem Ort, an dem die Brüder des Dominikanerordens im Jahr 1263 beschlossen, ein Kloster zu gründen. Diese Wahl war kein Zufall: Gerade in Rieti hatte Papst Gregor IX. im Jahr 1234 Dominikus von Guzmán heiliggesprochen.
Eine Basilika, die in Eile entstanden ist
Die Arbeiten schritten zügig voran. Ende des 13. Jahrhunderts war die Kirche bereits bereit, das Generalkapitel des Dominikanerordens aufzunehmen. Der Selige Martin von Perugia gründete das Kloster in der alten Kirche der Heiligen Apostel Simon und Judas, die teilweise den Dominikanern von San Sisto gehörte.
Vor der Schreinerei gerettete Fresken
An den Wänden ist noch viel von der ursprünglichen Dekoration erhalten. Wichtige Teile der Fresken aus dem 14. und 15. Jahrhundert wurden in den 1920er-Jahren abgenommen und auf Leinwand übertragen, als die Kirche zu einer Schreinerei umfunktioniert wurde – und davor war sie ein Stall für die Maultiere und Pferde der Königlichen Armee gewesen. Werke wie das Gemälde Strage degli Innocenti (Massaker an den Unschuldigen) von Maestro Liberato di Benedetto di Cola di Rainaldo befinden sich heute im Stadtmuseum, ebenso wie das Polyptychon von Luca di Tommé und ein Vesperbild der deutschen Schule.
Die Orgel und die Wiedergeburt
Bei dem Erdbeben von 1979 stürzte das Dach ein. Die Wiedereröffnung erfolgte erst am 8. Dezember 1999 nach einer langwierigen Restaurierung. Im Inneren steht die Päpstliche Domorgel Bedos-Roubo, die vom Orgelbaumeister B. Formentelli nach einem Entwurf aus dem 18. Jahrhundert gebaut und nach Papst Benedikt XVI. benannt wurde.