Kirche San Sebastiano in Nerola: Von der mittelalterlichen Sabina zur zeitgenössischen Architektur
Die Kirche San Sebastiano befindet sich in Nerola, im Herzen der Sabina. Ihre Geschichte beginnt im 14. Jahrhundert, als die Familie Orsini sie direkt außerhalb der Dorfmauern errichten ließ. Aufgrund ihrer Lage abseits der Stadt wurde sie als „Landkirche“ bezeichnet. Man erreichte sie über die breite Straße San Sebastiano, die heute Corso Umberto I heißt.
Zerstörung und Wiedergeburt
Beim Erdbeben in der Marsica im Jahr 1915 wurde sie schwer beschädigt. Das Gebäude wurde 1924 abgerissen. Die Kirche wurde erst 1972 auf der heutigen Piazza San Sebastiano, unweit des ursprünglichen Standorts, in einem völlig neuen Gewand wiedererrichtet.
Zeitgenössische Architektur
Die heutige Kirche weist den unverwechselbaren Stil der 1970er-Jahre auf: ein quadratisches Gebäude aus Steinplatten und ein großes, raumhohes Fenster an der Fassade.
Der Innenraum ist schlicht gehalten: ein einziges Schiff, ein Steinboden und verputzte Wände. Das Presbyterium, das von vier Pfeilern umschlossen wird, die eine schlanke Turmspitze tragen, erinnert an die „Shekinah“, das heilige Zelt der biblischen Überlieferung. Die dreistufige Überdachung lenkt den Blick zum Altar.
Was vom alten Gebäude erhalten geblieben ist
Im Inneren befindet sich eine Holzstatue des Heiligen Sebastian aus dem 17. Jahrhundert, die einzige sichtbare Verbindung zur älteren Geschichte der Kirche.