Kirche Santa Maria di Montedoro: Der achteckige Tempel von Sangallo in Montefiascone
Ein paar Kilometer von Montefiascone entfernt, an der Strada Verentana, die zum Bolsenasee hinabführt, steht die Kirche Santa Maria di Montedoro: ein achteckiger kleiner Tempel, der zwischen 1536 und 1537 von Antonio da Sangallo dem Jüngeren entworfen wurde. Der ursprüngliche Entwurf, der in den Uffizien aufbewahrt wird, sah ein großes Kloster mit einem quadratischen Kreuzgang vor; die Kirche sollte sich auf der Seite zum See hin befinden.
Unvollendete Bauarbeiten
An dem Ort, der einst Monte Moro hieß, befand sich eine kleine Kapelle mit einem Marienbild aus dem späten 15. Jahrhundert, das dem Maler Antonio del Massaro aus Viterbo, bekannt als „il Pastura“, zugeschrieben wird. Nach der Pest von 1523 gelobte die Gemeinde, eine Kirche zu bauen, doch die Plünderung von 1527 brachte die Arbeiten zum Stillstand. Im Jahr 1537 übernahm der römische Baumeister Bartolomeo Ambrosino die Leitung, der diese im Jahr 1547 an den Architekten Pietro Tartarino übergab. Der Entwurf von Sangallo wurde verkleinert: Es blieb nur das achteckige Gebäude mit einem Dach anstelle der geplanten Kuppel.
Das Innere
Sechs Halbsäulen mit dorischen Kapitellen markieren die Ecken. Der Hauptaltar beherbergt die Freske des Pastura, die jahrhundertelang verdeckt war und im 20. Jahrhundert wiederentdeckt wurde. Seitenkapellen mit Karmeliterfresken und einem Kreuzigungsbild aus dem 16. Jahrhundert.