Kirche San Giovanni Battista in Lubriano: Tausend Jahre Kunst mit Blick auf die Calanchi
Die Kirche San Giovanni Battista thront über der Piazza San Giovanni Battista in Lubriano, dem „Salon“ des Dorfes in der Provinz Viterbo, von dem aus man das Calanchi-Tal und Civita di Bagnoregio überblickt. Ihre Ursprünge reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück, als sich hier eine Zelle eines Benediktinerklosters befand – davon sind Skulpturen im langobardisch-karolingischen Stil erhalten geblieben. Die heutige Kirche stammt aus dem Jahr 1120, die barocke Fassade wurde jedoch erst nach dem Erdbeben von 1695 angebracht.
Das Innere und die Kunstwerke
Die erhabene Atmosphäre ist für die Romanik typisch: ein weitläufiges Kirchenschiff, dichter Schatten, Stille. An den Wänden befinden sich Fresken aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die 2017 restauriert wurden und die Heiligen Paulus und Andreas sowie den Heiligen Johannes den Täufer darstellen. Unter den Gemälden sticht die Verkündigung von Girolamo Troppa hervor, einem sabinischen Maler aus dem 17. Jahrhundert, der in Rom bei Carlo Maratti ausgebildet wurde – das Werk stammt aus dem ehemaligen Kloster der Klarissen im Tal. Weitere Gemälde: eine Kreuzabnahme und die Enthauptung des Täufers. Im Jahr 1855 wurden die Reliquien des Heiligen Prokulus hierher gebracht.
Das Panorama
Wenn man aus der Kirche tritt, fällt der Blick direkt auf Civita. Der gegenüberliegende Palazzo Monaldeschi vervollständigt die barocke Kulisse des Platzes.