Die Kirche der Madonna del Giglio in Greccio: Die verborgenen Kunstschätze auf dem Dorfplatz
Direkt am Hauptplatz von Greccio befindet sich die Kirche Chiesa della Madonna del Giglio. Sie ist ein kleines Juwel barocker Kunst im Valle Santa. Für alle, die sich fragen, welche Sehenswürdigkeiten Greccio außer der berühmten Wallfahrtskirche bietet, ist dies eine zentrale Anlaufstelle. Ihre elegante Fassade, die 2006 dank einer einheimischen Familie restauriert wurde, führt in einen einschiffigen Innenraum, der, obwohl er heute nicht zugänglich ist, bemerkenswerte Werke beherbergt.
Ein Dialog zwischen Künstlern
Im Inneren wird der Hochaltar von einem runden Gemälde aus dem 15. Jahrhundert beherrscht, das die Madonna mit dem Kind zeigt – ein Werk eines anonymen umbrischen Künstlers. An den Seitenaltären befindet sich auf der linken Seite ein Gemälde mit der Anbetung der Hirten, das dem großen Maler Carlo Maratta zugeschrieben wird. Auf der rechten Seite hingegen befindet sich ein Altarbild, das 1784 von B. Raoni signiert wurde. Ein wahrer Dialog zwischen den Jahrhunderten.
Eine franziskanische Geschichte aus Rom
Und die mit dem Heiligen Franziskus verbundene Geschichte von Greccio taucht in einem weiteren Werk wieder auf. In der Nähe des Presbyteriums hängt ein großes Gemälde aus dem 19. Jahrhundert, das das Martyrium einiger Franziskanermissionare in Marokko darstellt. Es hat eine besondere Geschichte: Es handelt sich um ein Werk des Malers Zoffoli, das direkt aus dem Missionsmuseum der Lateranbasilika in Rom stammt – ein Detail, das nur wenigen bekannt ist.
Die Kirche ist derzeit für die Öffentlichkeit geschlossen und kann aufgrund der Restaurierungsarbeiten nach dem Erdbeben von 2016 nicht besichtigt werden. Es wird empfohlen, sich auf der Website der Gemeinde Greccio oder beim Tourismusverein (Pro Loco) über den Fortschritt der Arbeiten und über künftige Wiedereröffnungen zu informieren. Sie steht auf der Piazza Roma in der Altstadt des Dorfes.