Die Kirche San Domenico in Gaeta: die gotische Kirche mit Blick auf das Meer
Die Kirche San Domenico ist eines der ältesten Gebäude in Gaeta und befindet sich im mittelalterlichen Stadtviertel auf einer Klippe mit Blick auf das Tyrrhenische Meer. Sie verfügt über zwei ungleiche Kirchenschiffe mit hohen gotischen Gewölben und ein Portal aus dem 14. Jahrhundert, das mit achtzackigen Sternen verziert ist.
Vom Kloster zur napoleonischen Kaserne
Die Dominikaner erreichten Gaeta im Jahr 1229. Ihr erstes Kloster wurde an dem Ort errichtet, wo sich bereits das Castello Svevo befand, das später zugunsten der aragonesischen Burg abgerissen wurde. Die heutige Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde von katalanischen Architekten im Gefolge von Alfons V. von Aragon entworfen. In diesen Mauern legte Tommaso De Vio, der spätere Kardinal und päpstliche Legat, der 1518 Luther traf, sein Gelübde ab. Im Jahr 1707 wurde das Gebäude durch Angriffe der Österreicher beschädigt und 1809 verwandelten die Franzosen das Kloster in eine Kaserne und nutzten die Kirche als Lagerraum.
Was heute noch erhalten ist
Vom Komplex der einstigen Kultstätte San Domenico ist heute nur noch die geweihte Kirche erhalten, während das Kloster komplett verfallen ist. Im Inneren der Kirche kann man die Bögen aus dem 15. Jahrhundert und den Hauptaltar, einen schlichten Steinblock aus dem Jahr 1928, bewundern. Im Jahr 1813 wurden die Orgel und die Statue des Heiligen in die Kirche Santa Croce in Spigno Saturnia gebracht, wo sie bei den Bombenangriffen von 1944 zerstört wurden. Unter dem Presbyterium befindet sich die „Terra Santa“ (Heiliges Land): die Krypta, in der die Bruderschaft des Heiligen Rosenkranzes seit 1747 ihre Mitglieder bestattete.