Die Kirche San Francesco in Fondi: Vom mittelalterlichen Kloster zum Drehort
Die Kirche San Francesco steht an der Piazza IV Novembre in Fondi. Sie wurde um 1363 auf Geheiß von Onorato I. Caetani an der Stelle einer früheren franziskanischen Ansiedlung errichtet. Derzeit lebt dort eine für die Kirche zuständige Ordensgemeinschaft, die seit 1968 eine Pfarrei ist.
Eine Geschichte von Eröffnungen und Schließungen
Onorato II. Caetani ließ sie restaurieren und wählte sie zu seiner letzten Ruhestätte – wie die Inschrift am Portal besagt. Ab 1466 ging sie in den Besitz der Minderbrüder des Observantenordens aus der Provinz Neapel über. Dann folgte ein langes Hin und Her: Sie wurde während des französischen Jahrzehnts geschlossen, 1843 wiedereröffnet, 1866 erneut geschlossen und 1881 wiedereröffnet, allerdings nur für kurze Zeit. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie dann schwer beschädigt.
Ein überraschender Drehort
Im Jahr 1960, als die Kirche noch für Gottesdienste geschlossen war, drehte der Regisseur Vittorio De Sica hier die Gewaltszene in „La Ciociara“ (deutscher Titel: Und dennoch leben sie) mit Sophia Loren.
Was es heute zu sehen gibt
Die Kirche San Francesco besteht aus zwei gotischen Schiffen mit romanischen Einflüssen, denen ein Portikus mit Spitz- und Rundbögen vorangestellt ist. In der Trennwand zeigt ein römisches Basrelief die Coniunctio dextrarum – das Händeschütteln, eine Geste der römischen Eheschließung. Der Chor verfügt über 13 spitzbogige Chorstühle. Die Buntglasfenster, die das Leben des Heiligen Franziskus darstellen, stammen von Pater Giorgio Ascione. Das 1946 restaurierte Kloster ist um einen lichtdurchfluteten Kreuzgang mit Kreuzgewölben und achteckigen Pfeilern aus Peperin-Stein herum angelegt, die von Kapitellen mit Palmblättern gekrönt werden.