Die Kirche San Rocco in Castrocielo: die Pinakothek, welche die Fresken vor dem Krieg bewahrt hat
Am Ortseingang von Castrocielo in der Provinz Frosinone beherbergt die Kirche San Rocco einen Gemälde-Schatz, der vor der Zerstörung bewahrt wurde. Heute ist sie eine Pinakothek, in der mittelalterliche Fresken aus zwei Kirchen der Region ausgestellt sind: der Kirche Capodacqua und der Kirche Santa Maria del Monacato. Diese waren durch die Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs beschädigt worden und anschließend jahrzehntelang dem Verfall preisgegeben.
Eine Kreuzigung aus dem vierzehnten Jahrhundert über dem Altar
Das bedeutendste Werk ist die Kreuzigung aus dem vierzehnten Jahrhundert, die aus der Kirche von Capodacqua stammt. In der Mitte Christus, rechts die Madonna und Maria Magdalena, links der Heilige Johannes der Evangelist und König David. Der dekorative Rahmen mit roten Schablonen auf hellem Hintergrund ist typisch für die Fresken jenes Jahrhunderts. Nach dem Krieg wurde das Dach der Kirche abmontiert, um das Pfarrhaus des Dorfes zu überdachen: Die Freske war dreißig Jahre lang der Witterung ausgesetzt. Im Jahr 1973 löste der Restaurator der Vatikanischen Museen, Biagio Cascone, das Gemälde von der Wand und rettete es so.
Die Fresken des Monacato (Monasterium)
Die anderen Tafeln stammen von Santa Maria di Palazzolo nel Monacato, einem Benediktinerinnenkloster, das auf einer römischen Villa aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. errichtet wurde, welche im Jahr 529 dem heiligen Benedikt gestiftet wurde. Die Tafel mit dem Heiligen Johannes dem Evangelisten ist die am besten erhaltene und die raffinierteste des Zyklus. Der Stil weist deutliche Verbindungen zur Maltradition von Montecassino auf, der Mutterabtei, die jahrhundertelang die sakrale Kunst dieses Tals beeinflusst hat.