Die Kirche Madonna del Piano in Capranica: Vignola und eine Freske aus Siena
Unmittelbar außerhalb der Stadtmauern von Capranica, im Ortsteil Piano, befindet sich die Wallfahrtskirche, in der sich eine der ältesten Fresken der Gegend befindet. Die Existenz eines Heiligenbildes an diesem Ort ist bereits im 14. Jahrhundert belegt. An dieser Stelle befand sich ein Tabernakel der Compagnia dei Cacciatori. Im Jahr 1559 beauftragte Kardinal Ranuccio Farnese den Architekten Jacopo Barozzi da Vignola mit dem Entwurf einer Kirche mit ellipsenförmigem Grundriss. In der Nacht des 5. Dezembers 1631 stürzte fast das gesamte Gebäude ein, nur die Fassade blieb verschont. Beim Wiederaufbau entstand ein völlig anderes Bauwerk mit rechteckigem Grundriss und einem einzigen Kirchenschiff.
Im Inneren: Holzschnitzereien, Barockfresken und eine Madonna aus dem 14. Jahrhundert
Die geschnitzte und bemalte Holzdecke stellt die Herrlichkeit der Madonna inmitten von Girlanden und Grotesken dar. An den Seiten befinden sich jeweils drei Kapellen, über denen die Wappen der Adelsfamilien prangen, die zum Wiederaufbau beigetragen haben. Die Fresken im Presbyterium – die Geburt der Madonna, der Tod der Jungfrau Maria und ihre Himmelfahrt inmitten von Heiligen, Propheten sowie den Sibyllen von Cumae und Tiburtina – sind das Werk von Francesco Cozza, einem Schüler des Domenichino.
Über dem Hauptaltar, zwischen vier Säulen, die einen doppelten Giebel tragen, befindet sich die Freske, die den Anstoß zu allem gab: die Madonna mit dem Kind, die einen Stieglitz in der Hand hält. Sie wird Andrea Vanni zugeschrieben, einem sienesischen Maler und Anhänger von Simone Martini.