Die Kirche San Girolamo in Nerola: Wo die Brüder Cairoli den Marsch auf Rom vorbereiteten
Die Kirche San Girolamo bildet den Abschluss des Ortes Nerola in der Provinz Rom. Sie wurde Ende des 15. Jahrhunderts von der Compagnia di San Girolamo erbaut und hat Kriege, Erweiterungen und Wiederaufbauten durchlebt. Ihr bedeutendster Moment dauerte jedoch nur eine einzige Nacht: die Nacht im Oktober 1867, in der die Brüder Cairoli dort den Feldzug organisierten, der in der Villa Glori blutig enden sollte.
Von der Kapelle zur Pfarrei
Ursprünglich war sie eine rechteckige Kapelle mit einem einzigen Altar. Im Jahr 1725 wurde sie erweitert, um die sich im Umbau befindliche Pfarrkirche vorübergehend zu ersetzen. Dabei erhielt sie die Form eines lateinischen Kreuzes mit Apsis und zwei Seitenkapellen. Während des Zweiten Weltkriegs sprengten die sich zurückziehenden Deutschen das Gebäude. Von den Gemälden und Grabinschriften der Bruderschaftsmitglieder blieb nichts erhalten. Der Wiederaufbau erfolgte schrittweise: Die Seitenwände wurden 1952 wieder aufgebaut, das Dach und das Innere 1968. Anschließend wurden der Glockenturm und der Altar gemäß der neuen Liturgie errichtet.
Die Nacht der Cairoli
Im Jahr 1867 machten die Garibaldiner hier Halt. Enrico und Giovanni Cairoli kamen mit einer Gruppe von Freiwilligen aus Terni und gründeten in dieser Kirche die Legione dei Settanta (Legion der Siebzig). Ihr Auftrag lautete, gegen die päpstliche Armee nach Rom zu marschieren. Am 23. Oktober desselben Jahres kam es zur Schlacht bei Villa Glori, in der Enrico Cairoli fiel. Die Kirche von Nerola ist der letzte Ort, an dem sein Feldzug noch bloß ein Plan war.