Auf dem Felsen von Cantalice: die Kirche Madonna delle Grazie und die wundersame Steineiche
Hoch oben auf einem Felsen, der die gesamte Ortschaft überragt, liegt die Kirche Madonna delle Grazie. Sie ist eine der ältesten Pfarrkirchen von Cantalice, einem mittelalterlichen Dorf an den Hängen des Terminillo in der Provinz Rieti. Der Überlieferung zufolge wuchs genau hier auf wundersame Weise eine Steineiche aus dem Felsen hinter der Sakristei. Vom lateinischen „cata ilex“ (bei der Steineiche) soll sich sogar der Name des Ortes ableiten.
Die in der Höhle gefundene Statue
Im Inneren wird eine alte Holzstatue der Madonna verehrt. Der Legende nach wurde sie einst von einem Hirten in einer Höhle gefunden. Die Skulptur wird am Sonntag nach Ostern in einer Prozession durch das Dorf getragen. Dann finden sich die Einwohner von Cantalico, auch die Auswanderer, zum Fest zusammen. Die Bruderschaft „Madonna delle Grazie“ wurde im Jahr 1869 mit über 150 Mitgliedern gegründet. Noch heute begleiten ihre Mitglieder die Jungfrau durch die Straßen des Dorfes.
Ein Innenraum, der den Sternenhimmel nachbildet
Die Kirche hat einen Saalgrundriss sowie ein flaches Tonnengewölbe. An der Decke ziert ein mit Lilien und Bändern verziertes Rundbild die Worte der Hymne an die Jungfrau Maria. In der Mitte befindet sich das marianische Kryptogramm. Die Buntglasfenster – die Verkündigung über dem Portal sowie die Darstellungen der Heiligen Felix, Gregor und Andreas an den Seitenwänden – erzeugen Lichtspiele, die den schlichten Raum in einen intimen und stimmungsvollen Ort verwandeln.
Aufgrund der Schäden durch das Erdbeben von 2016 ist die Kirche derzeit nur von außen zu besichtigen. Cantalice ist von Rieti (11 km) aus über den Franziskusweg zu erreichen.