Die Kirche der Heiligen Steine in Bolsena: die barocke Kapelle des eucharistischen Wunders
Die Chiesa delle Sacre Pietre (Kirche der Heiligen Steine) befindet sich innerhalb des Komplexes der Basilika Santa Cristina in Bolsena. Sie beherbergt die blutbefleckten Marmorplatten, die mit dem eucharistischen Wunder von 1263 in Verbindung stehen. Dieses Ereignis war der Anlass für Papst Urban IV., das Fronleichnamsfest einzuführen. Der Zugang zur Kirche erfolgt über das linke Seitenschiff durch ein Portal aus dem Mittelalter, das bis heute als „Portal der Gräfin Matilde“ bekannt ist.
Eine Kapelle für die Reliquien
Im Jahr 1693 leitete der Bischof von Orvieto den Bau einer neuen Kapelle ein, um den Reliquien einen angemessenen Aufbewahrungsort zu schaffen. Er erhielt dabei finanzielle Unterstützung von Papst Innozenz XII. Der Entwurf stammte von dem römischen Architekten Tommaso Mattei, einem ehemaligen Schüler von Carlo Rainaldi und Carlo Fontana. Die Mauerwerke waren im Jahr 1699 fertiggestellt, die Stuckarbeiten von Alberto Cavalli und das Gewölbe wurden bis zum Jahr 1704 vollendet. Die Weihe der Kapelle erfolgte jedoch erst am 20. Mai 1726. Die neoklassizistische Fassade mit Lisenen und einem großen Giebelportal wurde im Jahr 1863 von Virginio Vespignani fertiggestellt.
Was es im Inneren zu sehen gibt
Der kreisförmige Hauptsaal wird von einer Kuppel mit zylindrischem Laternenturm und Laterne überspannt. Über dem Hauptaltar befindet sich ein Gemälde von Francesco Trevisani, das das Wunder darstellt. Drei der Steine werden in einer vergoldeten Holzvitrine aufbewahrt, die von Vespignani angefertigt wurde. Der vierte Stein befindet sich in einem Reliquiar aus vergoldetem Metall und vielfarbigen Emaillearbeiten, das um 1940 von Maurizio Ravelli angefertigt wurde. Von hier aus gelangt man zur Grotte der Heiligen Christina und zu den frühchristlichen Katakomben.